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  3. Wörter auf Wanderschaft
Lesezeit: 2 min

Wörter auf Wanderschaft

Im Herbst 2008 von Dr. Luis Fuchs

Dieser Artikel erschien vor 18 Jahren im Meraner Stadtanzeiger und ist unter Umständen nicht mehr ganz aktuell

„Eine Tasse Kaffee gefällig? Mit Zucker?“ Erfolgt diese Einladung auf gut Deutsch? Ja doch, allerdings stammen nicht weniger als drei Wörter aus dem arabischen Wortschatz. Kaffee hieß ursprünglich „qahwa“: Dieses aus der äthiopischen Provinz Kafa stammende Produkt wurde von venezianischen Kaufleuten in ganz Europa mit sensationellem Zuspruch verbreitet. Das Wort Tasse ist auf das arabische „tasa“ zurückzuführen. Auch unser Zucker rührt vom arabischen „sukkar“ her.

Ebenso sind viele andere Wörter, die auf den ersten Blick urdeutsch wirken, wie Zibebe, Magazin, Sofa arabischen Ursprungs und zeugen von einer lang anhaltenden Beziehung zwischen dem arabisch-islamischen und dem abendländischen Kulturkreis. Die Anwesenheit der Mauren in Spanien seit 714 n. Chr. und der starke Einfluss der Araber im normannischen Hofstaat auf Sizilien haben Spuren hinterlassen. So sprach Kaiser Friedrich II. Arabisch so gut wie Latein, Deutsch sprach er nur mit seinen Pferden.

Als arabisch zu identifizieren sind durchwegs Wörter, die mit dem Artikel „al“ beginnen. So wurde aus „al-gabr“ unsere Algebra, was ursprünglich „Wiederherstellung“ bedeutete. Die Alchemie, „al-kimya“, war die Lehre von der Umwandlung der Metalle, zurückzuführen auf die Suche nach einer Methode Gold herzustellen. Alkohol, „al-kuhl“, war für arabische Alchimisten das hochfeine Antimon-Pulver, von Damen zum Schminken von Augenbrauen benutzt; wegen der Eigenschaft der Feinheit wurde das Wort auf den Weingeist übertragen. Obstsaft frisch gepresst und eisgekühlt hieß arabisch „sarbat“, daraus ist unser heutiges Sorbet geworden. Haschisch geht aus dem arabischen „hasis“ hervor, was soviel wie Gras bedeutet. Das Kamel, „gamal“, ist bei uns nicht mehr so sehr in seiner Funktion als Transportmittel zu verstehen, sondern steht als Synonym für Trottel. Aus Spanien zu uns geflogen ist der Papagei, „babbaga“, in Italien bekam der Pappagallo die Nebenbedeutung des Schürzenjägers. Auch die Fanfare rührt vom arabischen „farfar“, d.h. geschwätzig, her. Das Saiteninstrument „al-du“ hat sich in unserem Kulturraum als Laute behauptet. Aus dem Prunkkleid „chi´la“ ist die spanische Version Gala und daraus der französische Galan geworden; hören wir Südtiroler den Namen Galan, müssen wir an den autonomiefeindlichen und wenig galanten Präsidenten des Veneto denken. Die Leere oder das Nichts drückte sich in der arabischen Bezeichnung „sifr“ aus, in den europäischen Sprachen hat sie sich als „Ziffer“ behauptet, über die Franzosen kennen wir dasselbe Wort als „Chiffre“. Auch das „X“ der Mathematiker ist eine Abkürzung des arabischen Wortes „sai“, was „Sache“, „etwas“, „irgendein“ bedeutet.

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