Editorial 02/2025
Die Welt wirkt gerade sehr düster. Kriege, humanitäre Krisen, Katastrophen, Klimakrise und vielerorts drängen Rechtsradikale und Populistinnen an die Macht. Viele Unternehmer befürchten, dass 2025 wohl ein ziemlich rauer Wind wehen wird, da sich die äußeren Rahmenbedingungen ändern und strukturelle Herausforderungen anstehen.
Annemarie Pircher Friedrich, Expertin für Motivation und Mitarbeiterführung im Management sowie Lehrbeauftragte an der Universität St. Gallen und am MCI Innsbruck, widmet sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit seit Jahrzehnten dem Thema der werteorientierten... weiterlesen
Titelthema
Annemarie Pircher Friedrich
Sinnorientierung und Werte sind...
In unserer Leistungsgesellschaft ist das Erreichte nie genug: Ständiger Erfolg und das Streben nach Bekanntheit sind zum Ordnungsprinzip geworden. Doch ist ein Mehr an Erfolg auch ein Mehr an Erfüllung? Und wie geht es Selbstoptimierern dabei? Was macht unternehmerischen Erfolg heutzutage aus? Diese und weitere Fragen stellt Annemarie Pircher Friedrich in den Mittelpunkt ihrer wissenschaftlichen Forschung. Viele Meraner und Meranerinnen kennen Annemarie Pircher Friedrich, denn jahrzehntelang war sie als Fachlehrkraft für Betriebs- und Volkswirtschaft an der Landeshotelfachschule Kaiserhof in Meran tätig und leitete dort auch die „Höhere Hotelfachschule“. Für viele Hotelfachschüler/-innen – so auch für mich – war sie Vorbild und echte Wegbereiterin: Sie vermittelte nicht nur theoretischen Hintergrund und praktisches Wissen, sondern auch wichtige Impulse und Anregungen, die für unsere persönliche und berufliche Weiterentwicklung entscheidend waren. 1996 wurde sie als Professorin im Fachbereich Betriebswirtschaft/Tourismus an die Hochschule München berufen. Nach mehrjähriger Tätigkeit an der Fachhochschule München und ab 2002 am Management Center Innsbruck (MCI) gründete Annemarie Pircher-Friedrich das Institut für sinnorientierte Unternehmens- und Persönlichkeitsentwicklung in Meran. Als Expertin für Motivation und Mitarbeiterführung im Management ist sie international gefragte Referentin, Speakerin und Managementcoach sowie... weiterlesen
Erfahrungsbericht eines Covid-19 Überlebenden (9)
Der Genesungsprozess Im letzten Beitrag schilderte ich, wie ich wieder physische Energie spürte, dass Ärzte und Pflegerinnen und meine Angehörigen mir Mut machten und leichte Besserung eintrat. Nach ein paar Wochen kehrte das Zeitgefühl zurück. Ich wusste, was für ein Wochentag gerade war, was für ein Monatstag. Ich begann interessiert zu beobachten, was um mich herum geschah. Ich vermochte mich im Bett zu bewegen, Position zu wechseln, mich zu drehen. Manchmal mit Mühe, aber es gelang. Am Bettrand aufzusitzen gelang bald öfters. Doch der Husten plagte mich noch lange, Essen blieb nach wie vor mühsam. Eine gewisse Ungeduld packte mich, wenn ich auf die Uhr schaute und die Zeiger einfach nicht weiterrückten. Lang waren die...
Editorial 16/2019
Seit 33 Jahren befindet sich Meran ab Mitte August für mehrere Wochen im Ausnahmezustand. Der rote Teppich wird ausgerollt, die Prominenz versammelt sich und Musikfans aus nah und fern kommen, um das europaweit hoch angesehene südtirol festival merano.meran mitzuerleben. Am 24. August eröffnen Sir Simon Rattle und das London Symphony Orchestra das Festival und nur einen Tag später gestalten sie das 500. Konzert des Festivals. In unserer Titelgeschichte sprechen wir mit Hermann Schnitzer, der dem Festival seit Anbeginn als Präsident vorsteht, über die Entstehung des Festivals, über Anekdoten, die das Festival schrieb und vieles mehr. Da das Festival auch immer ein Sehen und Gesehenwerden ist und die Bekleidung ihre ganz eigene Rolle spielt, haben wir...
Editorial 19/2021
Die Freimaurer – viele haben bereits von ihnen gehört oder gelesen, manchmal in Verbindung mit Verschwörungstheorien oder als Thema in Romanen oder Filmen. Doch kaum einer, der nicht selbst Mitglied ist, weiß, was es mit dieser Bruderschaft überhaupt auf sich hat. Mozart, Goethe, George Washington und Winston Churchill gehörten dazu. Genauso wie Louis Armstrong und Walt Disney. Auch in Südtirol existieren sie. Und das Interesse an der Freimaurerei in Südtirol wächst, besonders bei der jüngeren Generation. Heute öffnet sich der durch Verschwiegenheit und Zeremoniell schillernde Männerbund, der mittlerweile weltweit sechs Millionen Mitlieder hat, zumindest ein Stück weit der Öffentlichkeit. Ganz zu unserer...
Bürgermeisterwahl: Wer hat die besseren Ideen für Meran?
MS: Die Coronakrise hat uns alle getroffen. Was muss sich in Meran nach Corona ändern? Paul Rösch: Eine interessante Frage – dazu habe ich ein ganzes Buch herausgegeben (lacht). Ich habe den Eindruck, dass die Menschen das Leben mit einer neuen Tiefe und Achtsamkeit erfahren. Bestimmte Entwicklungen hin zu lokalen Kreisläufen oder zur Digitalisierung haben sich beschleunigt. Auch wenn es abgedroschen klingt: In jeder Krise bieten sich auch Chancen. Wenn wir sie nutzen, leben wir danach besser, bewusster und nachhaltiger. Richard Stampfl: Wir brauchen jetzt gebündelte Kräfte, müssen das Allgemeinwohl in den Mittelpunkt stellen. Müssen an einem Strang ziehen. Dabei dürfen wir nicht mehr länger um den heißen Brei...
Editorial 15/2021
Bereits am 16. Juli 2019 wurde ein Einvernehmensprotokoll zwischen dem Land Südtirol und der Region Lombardei abgeschlossen, um das Gebiet um das Stilfser Joch aufzuwerten, wobei Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit als zentrale Punkte aufscheinen. Die Region Lombardei hat kürzlich das Statut der geplanten gemeinsamen Gesellschaft, das Dienstleistungen und Projekte entwickeln soll, genehmigt. Das vorliegende Dokument soll nun in den kommenden Wochen von der Südtiroler Landesregierung behandelt werden. Aufgabe der Gesellschaft wird es sein, die von einer eigenen Arbeitsgruppe ausgearbeiteten Ziele umzusetzen und das Joch mit seiner jährlichen Besucherzahl von 350.000-400.000 Personen touristisch und verkehrstechnisch attraktiver und nachhaltiger zu...
Neue Meldepflichten für gelegentliche Tätigkeiten
Die gelegentlichen freiberuflichen oder gewerblichen Tätigkeiten (Art. 2222 ZGB) müssen seit Jänner 2022 vorab vom Auftraggeber ans Arbeitsinspektorat gemeldet werden. Die Modalitäten dazu ähneln jenen der Meldungen auf Abruf. Erfolgt keine Meldung oder wird die Meldung zu spät oder unvollständig versendet, so muss mit Verwaltungsstrafen in Höhe von 500 bis 2.500 Euro gerechnet werden. Damit soll ein recht weit verbreiteter Steuer- und Beitragsschwindel eingedämmt werden, denn diese Art der Tätigkeit wurde häufig verwendet, um „nebenbei“ etwas dazuzuverdienen, wobei „nebenbei“ im Extremfall „hauptberuflich“ bedeutete. Der Mehraufwand trifft nun aber alle und nicht nur die „schwarzen...




