Editorial 08/2026
Gärten erzählen Geschichten - über Macht, Sehnsucht und den Zeitgeist ihrer Epoche. Die Ausstellung „Gestaltete Paradiese – Von Menschen und Gärten“, die bis zum 8. November in der Remise von Schloss Trauttmansdorff zu sehen ist, macht diese Geschichten sichtbar. Gabriele Pircher, Direktorin der Gärten von Schloss Trauttmansdorff, und Leo Andergassen, Direktor des Touriseum, nehmen uns in unserer Titelgeschichte mit auf eine Reise durch Jahrhunderte gärtnerischer Kultur – und zeigen, warum der Blick in historische Gärten mehr verrät als jedes Geschichtsbuch.
Bleiben wir in der Welt der... weiterlesen
Titelthema
Gestaltete Paradiese: Gärten als Spiegel der Zeit
Was erzählen Gärten über uns? Mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Die Ausstellung „Gestaltete Paradiese – Von Menschen und Gärten“, die derzeit in der Remise von Schloss Trauttmansdorff in Meran zu sehen ist, lädt dazu ein, Grünräume neu zu lesen: als Ausdruck von Macht, Sehnsucht und Lebensstil – und als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen. „Gestaltete Paradiese – Von Menschen und Gärten“ ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den Gärten von Schloss Trauttmansdorff, dem Südtiroler Landesmuseum für Tourismus – Touriseum und dem Kuratorenteam der Österreichischen Nationalbibliothek Wien. Gemeinsam erzählen sie eine Geschichte, die von der Renaissance bis in die Gegenwart reicht – und dabei überraschend aktuell wirkt. „Gärten sind immer auch ein Spiegel ihrer Zeit“, erzählt Gabriele Pircher, Direktorin der Gärten von Schloss Trauttmansdorff. „Sie zeigen, wie Menschen Natur verstehen, gestalten und nutzen – früher wie heute.“ Tatsächlich waren Gärten nie bloß Natur. Sie dienten stets auch der Inszenierung. Schon in der Renaissance wurden sie als Kunstwerke konzipiert, im Barock zu opulenten Bühnen mit Fontänen, Alleen und Irrgärten erweitert. Später entdeckte man im Landschaftsgarten die scheinbare Natürlichkeit – ein bewusst gestaltetes Ideal von Freiheit und Harmonie. Vom privaten Garten zum... weiterlesen
Vom Gampenpass auf den Großen Laugen
Anfahrt : Von Lana auf der Gampenpassstraße hinauf bis zum Gampenpass (1.518 m); Parkgelegenheit neben der Straße; mit dem Bus von Meran über Lana zum Gampenpass. Wegverlauf : Vom Gampenpass wandern wir auf dem breiten Forstweg bis zur ersten Kurve, nach der rechts der Wanderweg Nr. 133 (= Teil des Bonacossaweges) abzweigt. Auf diesem steigen wir durch Wald und später über Wiesen und felsdurchsetzte Hänge ziemlich steil bergauf und gelangen zum Laugensee (2.182 m). Wir wandern am rechten Seeufer weiter und folgen dann wieder rechts einem nicht markierten, aber gut erkennbaren Weg, auf dem wir zuerst leicht und dann stärker ansteigend über Gras- und Geröllhänge hinaufkommen zu einer Senke nördlich des Gipfelaufbaus. Wir...
Über St. Hippolyt nach Naraun
Anfahrt : Von Lana über die Gampenstraße und dann nach dem Tunnel kurz vor der Abzweigung nach Tisens rechts Parkplatz; mit dem Bus Nr. 216 von Lana bis zur Haltestelle Naraun. Wegverlauf : Vom Parkplatz (654 m) wandern wir auf dem breiten Besinnungsweg durch Mischwald teils eben, teils leicht ansteigend hinauf zur Kirche St. Hippolyt (758 m; ab Parkplatz 30 Minuten, Einkehrmöglichkeit im nahen Gasthof Hippolyt, Donnerstag und Freitag Ruhetag). Von der Kirche steigen wir zunächst über Felsstufen (Nr. 7) westseitig hinunter ins „Sautalele“ und wandern an der Weggabelung (Nr. 7, Hinweis „Völlan“) leicht ansteigend zur nächsten Weggabelung mit einem Bildstock. Nun folgen wir dem Hinweis...
Auf den Piz Lad
Anfahrt : Vom Dorf Reschen vorbei an der Talstation der Seilbahn Schöneben auf der Bergstraße Richtung Rojen und kurz vorher rechts ab auf einer ungeteerten Straße bis zur Reschner Alm; dort Parkmöglichkeiten. Wegverlauf : Von der Reschner Alm (2.000 m) wandern wir kurz auf dem breiten Weg (Nr. 5) nach Norden bis zu einer Weggabelung, folgen dem links abzweigenden Weg (Nr. 5), auf dem wir durch lichten Wald die offenen Almböden erreichen. Nun steigen wir etwas steiler bergauf und gelangen zu den Mulden und weiten Böden von Sesslad. Hier steht auch das Sesslad-Kreuz (2.375 m). Auf dem gut sichtbaren und breiten Militärweg (Nr. 5) wandern wir in einem Bogen zum Fuß der südöstlichen Gipfelflanke. In zahlreichen Kehren steigen wir...
Pflege des Biotops
Beim Passer-Fritz traf ich Oskar Höllrigl vom Sportfischer-Club Regenbogen und führte mit ihm das folgende Interview. Meraner Stadtanzeiger: Herr Höllrigl, seit wann betreibt Ihr Verein das Fischen hier beim Passer-Fritz? Oskar Höllrigl: Die Fischerei betreiben wir seit Beginn der 1980er-Jahre, zugleich besitzen wir eine Konzession für die Ableitung des Passerwassers. Im Laufe der Jahre ist der Fischerteich jedoch verlandet, das Wasser war nur mehr 50 cm tief! Daher hat sich der Verein entschlossen, im Winter 2004/2005 den Teich ausbaggern zu lassen. Zugleich wurde ein Vorlaufbecken geschaffen, damit der Passersand absinken kann. Es ist nämlich so, dass zwei bis drei Mal jährlich das Becken von 40 bis 50 Kubikmeter Schlamm befreit...
Energetische Sanierung? Der Fiskus zahlt mit.
Die ehrgeizigen Klimaziele können wohl nur erreicht werden, wenn wir in den Bereichen Mobilität und Gebäudeheizung bzw. -kühlung effizienter werden. Während die Politik bei der Mobilität auf eine Mischung aus Förderung (der E-Mobilität) und höheren Steuern (für die „Dreckschleudern“) setzt, ist die energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden ein zentrales Thema der lokalen und nationalen Förderungspolitik. Sowohl das Land Südtirol (durch Beiträge und Kubaturbonus) als auch der Staat (durch großzügige Steuerabsetzbeträge) fördern entsprechende Maßnahmen von Seiten der Eigentümer, Mieter und Leasingnehmer. Doch während Privatpersonen den sog. 65 %-Abzug...
Editorial 12/2021
Spektakuläre Einsätze erfordern außergewöhnliche Lösungen. Das zeigt sich auch beim Bau des Küchelbergtunnels. Dieser Tunnel ist mit Gesamtkosten von 161 Millionen Euro das größte Straßenbauvorhaben des Landes, das je verwirklicht wurde. Der gesamte Tunnelbau erfolgt in bergmännischer Bauweise. Ein Tunnelkilometer wird unterhalb der Goethestraße und Gallileistraße im Lockergestein vorgetrieben und ein weiterer Tunnelkilometer unterm Küchelberg im Felsen. Im Abschnitt unterhalb der Goethestraße ist ein Vortrieb mit Rohrschirm vorgesehen. Dabei wird der Tunnel immer um rund 70 Zentimeter weiter ausgeschlagen. Im Bereich der Unterquerung der Schulgebäude des pädagogischen Gymnasiums und der Grundschule...
Rundwanderung: Taser – Egger – Gsteier
Anfahrt : Nach Schenna und weiter zur Talstation (827 m) der Seilbahn zum Taser; hier großer Parkplatz; mit der Seilbahn zum Taser. Wegverlauf : Vom Gasthof Taser (1.450 m, Einkehrmöglichkeit) wandern wir auf der Forststraße (Nr. 40, „Taser Höhenweg“) nahezu eben bis zum Greitererhof (1.420 m, Einkehrmöglichkeit) und folgen dann dem schönen Waldsteig (Nr. 40) bis zum Berggasthof Egger (1.505 m; ab Taser ca. 30 Minuten). Auf dem Höhenweg wandern wir eben oder leicht ansteigend weiter durch den Wald. Bald führt uns der schmale, aber sehr gut angelegte Weg hinunter zur Höfegruppe und zum Gasthof Gsteier (1.370 m, Einkehrmöglichkeit; ab Egger gut 1½ Stunden). Nun folgen wir der asphaltierten Zufahrtsstraße...
Der Evangelische Friedhof von Meran
Wie kaum ein anderer Ort verströmt der Evangelische Friedhof am Passerdamm das Flair der vergangenen Größe Merans. Wer da im Schatten ehrwürdiger Bäume zur ewigen Ruhe gebettet wurde, der stellt einen Querschnitt weltläufiger europäischer Geisteskultur dar, die weit über Meran hinausweist und ein bleibendes Denkmal der Toleranz und des Religionsfriedens ist. Angesichts der Gräber bedeutender oder von Geschichte umrankter Persönlichkeiten, die sich auf diesem Friedhof finden, behauptet der Nürnberger Historiker Fritz Zink in der landeskundlichen Zeitschrift Der Schlern (1983, S. 602): Es liegt hier eine einzigartige Stätte, ein Kulturdokument preußisch-deutscher Geschichte im Westen vor, die zu besuchen jedem...
Taschentuchbaum und Blumen-Hartriegel
Taschentuchbaum Im April blühen in Parkanlagen und privaten Gärten zwei Gehölze, die mit ihrem eindrucksvollen Schauapparat, der die Insekten anlocken soll, besonders hervorstechen; im Herbst fallen sie wegen der prächtigen Verfärbung der Blätter auf: der Taschentuchbaum oder Taubenbaum ( Davidia involucrata Baill.) und der Blumen-Hartriegel ( Cornus florida L.). Beide Gehölze gehören zur Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae). Beim Taschentuchbaum stehen um die Blütenstände herum zwei auffällige, ungleich große, weiße Hochblätter, die sich beim leisesten Windhauch bewegen und aussehen wie an den Ästen hängende Taschentücher. Er wird auch Taubenbaum genannt, weil...
Meran war einmal eine saubere Stadt
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt in ihrem Projekt „Age-Friendly-Cities – altersfreundliche Städte“ in einer ausführlichen Checkliste die zentralen Eigenschaften altersfreundlicher Städte auf. Und einer der wichtigen Kernpunkte ist die Sauberkeit: „Der öffentliche Raum ist sauber und ansprechend“ . Werden Senioren auf die Sauberkeit der Stadt angesprochen, legen sie gleich los und kommen sehr schnell auf verschiedene Mängel zu sprechen. Der Meraner Stadtanzeiger hat eine Reihe von Senioren befragt. Meraner Stadtanzeiger: Wie sauber finden Sie Meran? Kennen Sie Orte, die sehr verschmutzt sind? Liliane* : Ich finde Meran nicht besonders sauber, es liegt allerlei Unrat herum. Mein Hund, der immer nach...
Editorial 11/2021
In der breiten Öffentlichkeit wird von den Jugendlichen häufig ein Bild gezeichnet, welches suggeriert, dass sie sich in der Corona-Krise „unvernünftig“, d. h. nicht „maßnahmenkonform“ verhalten. Diese Darstellung projiziert vielfach einzelne Fälle auf ganze gesellschaftliche Gruppen, spiegelt aber nicht die tatsächliche Situation wider. Im Gegenteil, eine Vielzahl junger Menschen zeigt Verantwortung gegenüber älteren Menschen als Risikogruppe und stellt unter Beweis, dass sich die Jugendlichen engagieren. Der konkrete Einsatz reicht von Nachbarschaftshilfe über technische Hilfeleistungen bis zum Engagement vieler Einzelner in den Verbänden. Dies betonen Sissi Prader, Präsidentin des Jugenddienstes Meran,...
Eine neue Chance für arbeitslose Jugendliche: die berufsspezialisierende Lehre
Obwohl bereits von der Arbeitsrechtsreform des Jahres 2003 (Biagi-Gesetz) vorgesehen, wurde diese neue Form der Lehre vorerst in Südtirol völlig ignoriert. Wahrscheinlich hat erst die hohe Jugendarbeitslosigkeit die Landesregierung dazu bewegt, im neuen Lehrlingsgesetz Nr. 12 vom 05.07.2012 und durch den Beschluss der Landesregierung vom 23.07.2012, Nr. 1135 die berufsspezialisierende Lehre genauer zu regeln. Mit Beschluss der Landesregierung vom 04.03.2013, Nr. 342 sind nun auch die Mindeststandards für die öffentliche Ausbildung erlassen worden. Ziel der Ausbildung sind der erste Einstieg in den Arbeitsmarkt und eine anschließende arbeitsrechtliche Anerkennung der erworbenen Kompetenzen. Die Auszubildenden brauchen keine Berufsschule besuchen,...







