Editorial 15/2026
Südtirol klagt über Abwanderung von Talenten. Viele junge Menschen verlassen das Land, die Zahlen sind eindeutig, die Sorgen groß. Umso mehr freut es uns, in dieser Ausgabe eine Gegengeschichte erzählen zu können: Edoardo Re aus Meran ist zurückgekehrt – mit einem Handwerk, das in der Region sonst niemand beherrscht, und dem festen Willen, etwas aufzubauen, das Bestand hat. Ein junger Meraner und die alte Kunst des Schmiedens: Unsere Titelgeschichte zeigt, dass Rückkehr und Zukunft kein Widerspruch sein müssen.
Auch sonst hat diese Ausgabe einiges zu bieten: Wir blicken auf 750 Jahre Freundschaft zwischen dem... weiterlesen
Titelthema
Ein junger Meraner und die alte Kunst des Schmiedens
Die Klinge schimmert in wechselnden Tönen – von Grau über Silber bis Schwarz. Hauchzarte Linien und Muster ziehen sich über den Stahl, der Holzgriff liegt anschmiegsam in der Hand, das gesamte Werkstück sorgfältig ausbalanciert. Wer ein Messer von Edoardo Re in die Hand nimmt, versteht sofort: Das ist kein Gebrauchsgegenstand. Das ist ein Versprechen. Südtirol klagt über Talentabwanderung. Junge Menschen verlassen das Land – die Zahlen sind eindeutig, die Sorgen groß. Edoardo Re aus Meran ist zurückgekehrt. Mit einem Handwerk, das in der Region niemand sonst beherrscht, und dem festen Willen, etwas aufzubauen, das Bestand hat. Eigentlich wollte er Tourismus studieren. In Salzburg, mit allem Ehrgeiz eines jungen Südtirolers, der die Welt sehen will. Dann kam Covid. Und mit der erzwungenen Stille eine Erkenntnis: Was ihn wirklich fasziniert, ist nicht der Gast auf dem Zimmer, sondern das Messer in der Hand. Er folgte diesem Gefühl, konsequent und ohne Umweg. 2021 landete er als Praktikant in der Adelberger Messerschmiede im Spessart, einer der letzten traditionellen Schmieden Deutschlands. Aus dem Praktikum wurde eine Lehre, aus der Lehre Verantwortung. Er war der letzte Lehrling, den Meister Roman Adelberger ausbildete. Drei Jahre lang lernte er das Handwerk von Grund auf – Stahl, Hitze, Präzision. Irgendwann leitete er selbst die Kurse. Hier entsteht etwas Bleibendes Heute steht Edoardo Re in seiner Werkstatt in der St.-Valentin-Straße in Meran. Er sei ins kalte... weiterlesen
Auf die Tatschspitze
Anfahrt : Von Bozen ins Sarntal und ab Astfeld Richtung Penser Joch bis zur Penser-Joch-Alm kurz unterhalb des Passes, bereits in Sichtweite zum Penser Joch (2.214 m, Gasthaus); Parkplätze an der linken Straßenseite. Wegverlauf : Von der Penser-Joch-Alm (2.158 m, Einkehrmöglichkeit) wandern wir auf Steig Nr. 14 A kurz hinauf zum Westrücken des Astner Berges und queren lange Zeit auf schmalem Steig großteils eben die steilen Hänge des Kammes, der das Penser Joch mit der Tatschspitze verbindet. Bald erreichen wir den Grat zwischen Astenberg und Niedeck, an einer Wegteilung mit Wegweisern bleiben wir links und erreichen nach Querung eines felsigen Hanges den Fuß der Tatschspitze mit der weiten Fläche der Seebergalm. An einer Weggabelung...
Vom Gampenpass auf den Großen Laugen
Anfahrt : Von Lana auf der Gampenpassstraße hinauf bis zum Gampenpass (1.518 m); Parkgelegenheit neben der Straße; mit dem Bus von Meran über Lana zum Gampenpass. Wegverlauf : Vom Gampenpass wandern wir auf dem breiten Forstweg bis zur ersten Kurve, nach der rechts der Wanderweg Nr. 133 (= Teil des Bonacossaweges) abzweigt. Auf diesem steigen wir durch Wald und später über Wiesen und felsdurchsetzte Hänge ziemlich steil bergauf und gelangen zum Laugensee (2.182 m). Wir wandern am rechten Seeufer weiter und folgen dann wieder rechts einem nicht markierten, aber gut erkennbaren Weg, auf dem wir zuerst leicht und dann stärker ansteigend über Gras- und Geröllhänge hinaufkommen zu einer Senke nördlich des Gipfelaufbaus. Wir...
Der Choleraweg in Tramin
Anfahrt : Von Bozen auf der Weinstraße über Eppan und Kaltern nach Tramin; Parkmöglichkeiten unterhalb der Kirche beim Bürgerhaus. Wegverlauf : Am Rathausplatz in Tramin (250 m) wenden wir uns nach Süden und wandern über die J.-v.-Payer-Straße und die J.-v.-Zallinger-Straße hinunter zur Weinstraße. Diese überqueren wir und folgen ein kurzes Stück der Straße Richtung Neumarkt. Bei der ersten Abzweigung biegen wir links in die Steinackerstraße, wenden uns bald noch einmal nach links und folgen der Markierung Nr. 15 und dem Hinweis „Choleraweg“. Auf dem asphaltierten Feldweg wandern wir, alle Abzweigungen missachtend, nördlich geradeaus, vorbei an oberhalb gelegenen Weingärten und den...
Der Ansitz Layshof in Obermais
Der Layshof zeigt sich in neuer Pracht. Im Laufe der letzten 2-3 Jahre hat der Jungbauer Andreas Klotzner den ortsbildprägenden Ansitz und Bauernhof umfassend und stilgerecht renovieren lassen. Dies gab den Anstoß, zum Hofnamen einige Nachforschungen anzustellen. Leis oder Lays Unterschiedliche Schreibweisen sind nichts Ungewöhnliches, da für Namen keine allgemeinen Rechtschreibregeln gelten: In alten Urkunden finden wir Leis, Leiss, Leiß oder auch Leys. Die Schreibform „Lays“ hingegen, wie sie heute am Torbogen der Hofeinfahrt zu lesen ist, stammt aus jüngerer Zeit. Amtlich bestätigt wurde der Name „Layshof“ wohl erst 1979, als der Hof unter diesem Namen im Grundbuch in die Reihe der „geschlossenen...
Meran hat neuen Diakon
Ein Weg mit Umwegen „Meine Weihe zum Diakon war eine Gnade und ein Geschenk Gottes!“ Mit diesen Worten blickt Ivan Wegleiter auf die Weihe zum ständigen Diakon zurück, die am Stefanstag im Brixner Dom stattfand. Während der schönen Feier war er ziemlich aufgeregt, aber sehr glücklich. Dieses Glück strahlt auch während unseres Gesprächs aus seinen Augen. Bis zur Weihe war es allerdings ein längerer Weg, mit einigen Verzögerungen und kleinen Umwegen. „Meine erste Berufung war die pädagogische“, erklärt Wegleiter. Doch auch zu dieser gelangte er nicht direkt. Nach der Grund- und Mittelschule in Meran besuchte er die fünfjährige Kunstschule in Trient. Gleichzeitig mit der abgeschlossenen...
Editorial 21/2024
1899 entwarf der Architekt Martin Dülfer, Mitglied der Münchner Gruppe, das Meraner Stadttheater. Am 1.12.1900 wurde das Gebäude schließlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Nachdem Giacomo Puccini, der große Opernkomponist, 1923 in Meran geweilt hatte, wurde das Stadttheater in „Teatro Puccini“ umbenannt. Heuer feiern wir den 100. Todestag von Giacomo Puccini. Mit „La Bohème", „Tosca" und „Madama Butterfly" hat er sich einen Platz unter den bis heute beliebtesten Opernkomponisten erobert. Er war vielleicht auch einer der ersten Künstler, der international vermarktet wurde wie ein Star von heute. Bei seinem Tod wurde sein Vermögen auf ein Äquivalent von heute 210 Millionen Euro...
Der Oachner Höfeweg
Anfahrt : Von Blumau im unteren Eisacktal Richtung Völs, nach ca. 2 km rechts ab Richtung Tiers, nach einigen Kehren links ab nach Prösels; große Parkplätze in der Nähe des Schlosses. Wegverlauf : Vom Parkplatz unterhalb von Schloss Prösels (856 m) im gleichnamigen Weiler wandern wir auf dem breiten Weg Nr. 3 (Hinweis Unteraicha) zuerst durch Wiesen, dann durch Wald Richtung Westen leicht abwärts und gelangen nach ca. 20 Minuten zum sogenannten Wirtskeller, wo der Oachner Höfeweg rechts abzweigt. Wir kommen an den Höfen Riefer, Flunger und Dosser vorbei und gelangen zum Buschenschank Tommelehof (Einkehrmöglichkeit nur auf Bestellung) und wenig später zum Buschenschank Gemoanerhof (690 m, Einkehrmöglichkeit bis...
Wanderung auf dem Regglberg im Unterland
Anfahrt : Von Auer oder Neumarkt nach Aldein und weiter in Richtung Petersberg bis zum Gasthof „Waldrast“. Auf der Höfestraße, die rechts abbiegt, weiter bis zum ehemaligen Gasthof „Schlögler“ (1.454 m) im Weiler Lärch; hier Parkmöglichkeit. Wegverlauf : Vom Gasthof „Schlögler“ wandern wir auf der Straße kurz weiter und biegen bei einem Bildstock links ab. Nun folgen wir dem Wegweiser „Weißenstein“ und der Markierung Nr. 8 und wandern auf einem breiten, geräumten Weg und bald auf schmalem, gebahntem Steig durch Wald hinauf zum Rand der Lärchenwiesen. An der Wegkreuzung biegen wir links ab. Der Weg führt uns teils ansteigend, teils nahezu eben zu zwei Weggabelungen (beide...
Der „Birmehlweg“ bei Verdings
Anfahrt : Südlich der Autobahnausfahrt von Klausen bergwärts nach Feldthurns und weiter nach Verdings (960 m), Parkplätze in der Nähe der Kirche. Wegverlauf : Wir folgen in Verdings auf der Ostseite der Kirche dem Hinweis „Birmehl“ (nicht dem Schild mit dem zusätzlichen „A“ = eine Abkürzung) und steigen auf einem Fußweg durch Wald hinunter nach Pardell (740 m, Einkehrmöglichkeit, Montag Ruhetag). Hier folgen wir, an der Kapelle vorbei, dem Kastanienweg, auf dem wir über einen Hangsattel mit mächtigen Kastanienbäumen den Hof Moar zu Viersch (863 m, im Herbst Törggelebetrieb) erreichen. Nach wenigen Schritten auf der Straße wandern wir auf einem neu errichteten Holzsteg neben der...
Interview mit Sr. Elisabeth Pfattner
Meraner Stadtanzeiger: Seit wann stehen Sie der Schwesterngemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vor? Sr. Elisabeth Pfattner: Ich leite die Gemeinschaft von Meran seit Oktober 2011. Wir gehören zur Kongregation der Barmherzigen Schwestern von Innsbruck. Dort befindet sich unser Mutterhaus. Unser Provinzhaus ist hier in Gratsch. Eine andere Kongregation von Barmherzigen Schwestern hat ihren Sitz in Zams. Diese Schwestern leiten zum Beispiel das Jesuheim in Girlan und haben ihr Provinzhaus in Gries/Bozen. Stadtanzeiger: Wie entstand das Provinzhaus von Meran? Sr. Elisabeth Pfattner: In den 1920er-Jahren standen die aus Südtirol stammenden Schwestern, die italienische Staatsbürgerinnen geworden waren, vor der Entscheidung, zurück nach...
Angelika Rainer
Die 26-jährige Angelika Rainer ist dreifache Weltmeisterin im Eisklettern und gewann Ende Jänner beim Weltcupwettbewerb am Eisturm in Rabenstein das Schwierigkeitsklettern. Bei diesem Wettbewerb, der erstmals auf Südtiroler Boden ausgetragen wurde, stand die Meranerin natürlich im Fokus des Geschehens. Meraner Stadtanzeiger: Wie groß war der Druck bei diesem besonderen Wettbewerb? Angelika Rainer: Nachdem ich erst zwei Wochen zuvor die Weltmeisterschaft gewonnen hatte, verspürte ich einen ziemlichen Druck, denn jeder erwartete sich von mir einen weiteren Sieg. Vor heimischem Publikum, den Fans und der Familie wollte ich natürlich einen besonders guten Wettkampf liefern. Es ist auch als Weltmeisterin nicht so leicht, immer wieder...
Martinsbrunn
Die Privatklinik Martinsbrunn ist eine Institution, die jeder Meraner kennt und mit der jeder schon einmal in irgendeiner Weise in Berührung kam. Viele Meranerinnen und Meraner erblickten in diesem Haus das Licht der Welt, waren in den vergangenen Jahren selbst dort Patient und Patientin oder statteten Krankenbesuche ab. In diesem geschichtsträchtigen Haus steht in nächster Zeit ein größerer Umbau an. Damit setzt Martinsbrunn ein starkes Lebenszeichen, denn mit der baulichen Erneuerung sichert sich das Haus die Zukunft und schließt mit einer neuen Baustruktur und einer gründlichen Renovierung an die vielen innerbetrieblichen Neuerungen der letzten Jahre an. Die bisher rein private Klinik wird in Zukunft den Bedarf an Pflegebetten für...










