Editorial 11/2024
Seit 1955 begleitet das Südtiroler Kinderdorf Kinder, Jugendliche und Eltern in schwierigen Lebenssituationen. In dieser Zeit wurden zahlreiche Einrichtungen, Dienste und pädagogische Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche geschaffen und damit auf verschiedene Notlagen reagiert. Das ursprüngliche Konzept der Kinderdorffamilien mit einer „Kinderdorfmutter“ wurde seit den Neunzigerjahren zu sozialpädagogischen Wohngemeinschaften weiterentwickelt. In Meran gibt es seit 1995 die sozialpädagogische Jugendwohngemeinschaft „WoGe“. Das unscheinbare Haus in Obermais bietet seitdem einen wichtigen Rückzugsort für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr bei ihren Eltern...
Wer mag schon Schlangen?
Zur vertrauten Routine ist uns die neue Einkaufsprozedur geworden. Die Hinweisschilder zum Abstandhalten und zum Maskentragen fallen uns gar nicht mehr auf. Hände desinfizieren und Handschuhe anziehen sind zum Ritual geworden. Wir stellen uns in der Warteschlange an und warten, bis uns die Aufsichtsperson die Erlaubnis zum Eintreten signalisiert. Den anderen Kunden schenken wir kaum Beachtung, außer sie kommen uns in die Quere oder fallen uns durch Gesichtsmasken in ausgefallenen Farben und mit lustigen Mustern auf. Gezielt peilen wir die Regale mit den gesuchten Artikeln an und verschaffen uns schließlich einen Überblick über die Situation im Kassenbereich. Schnell geht es dann zur Kasse mit der kürzesten Warteschlange. Unsere Aufmerksamkeit richten wir...
Editorial 07/2021
Je länger die Coronakrise dauert, desto mehr sehnen wir uns nach „Normalität“. Aber was heißt denn schon „normal“? Im Wort steckt zum einen das allgemein Verbreitete, das Durchschnittliche, das Mittelmaß der Gegenwart oder der vermissten Vergangenheit. Und zum anderen die Norm, die Werte also, an denen man sich orientieren sollte. Und da sollten wir nicht vergessen, dass Zukunft nicht in der Wiederholung des ewig Gestrigen liegen kann. Mit den fortschreitenden Impfungen hat das Ende des Anfangs der Zeit mit Corona begonnen - vielleicht hilft diese Pandemie-Erfahrung auch, dem Gewohnheitstier in uns weniger Macht zu geben, manch alte Gewohnheit zugunsten einer neuen, besseren aufzugeben und zukünftige Herausforderungen endlich...
Die Herausgeberin
Stieglitz will den Leserinnen und Lesern einmal etwas Neues bieten. Nämlich die Vorstellung der Herausgeberin dieser Zeitung. Was gemeinhin bekannt ist, es handelt sich um eine Frau. Eine emanzipierte Frau, die auf Gleichstellung besonders bedacht ist. Politisch würde Stieglitz die Dame dem Links/Grünen-Spektrum zuordnen. Des Weiteren ist sie kulturell interessiert. Insbesondere klassische Musik sowie tiefgründiges Kino und Literatur haben es ihr angetan. Für einen Trip in ferne Länder muss sie nicht überredet werden. Stark engagiert sie sich stets für Minderheitenrechte. Nun gut, und wie tickt die Frau im privaten Leben? Fehler der „Anderen“ verzeiht sie schnell. Im Alltag ist sie hektisch, kann nicht ruhig...
Covid: Depression und Angststörungen vermehrt
Die Unis Krems und Gent haben mehr als 1.000 Bürger Österreichs befragt und festgestellt, dass Depressionen, die vor Corona bei 4 % der Befragten in Österreich anzutreffen waren, auf 20 % verfünffacht waren. Angststörungen, eigentlich die häufigsten psychischen Störungen weltweit, stiegen von 5 auf 19 %, Schlafstörungen von 7 auf 16 %. Die Altersgruppe mit den meisten psychischen Störungen durch Covid sind in Österreich Menschen unter 35, Frauen mehr als Männer, Singles stärker als Verheiratete, Arbeitslose mehr als Berufstätige. Menschen über 65 gehen gelassener mit den Themen Gefahr und möglicher Tod um, auch haben sie keine beruflichen Existenzsorgen mehr. Wenn Sie Hilfe suchen,...
„Es hat sich viel getan in Meran“
Ein Gespräch mit Herta Wolf Torggler, der Direktorin von Kunst Meran, über die Anfänge, die Herausforderungen und die Zukunft von Kunst Meran Meraner Stadtanzeiger (MS): Unter welchen Beweggründen wurde Kunst Meran gegründet? Herta Wolf Torggler: 1992 wurde ich von Peter Paul Pohl gebeten, die erste internationale Kunstausstellung in Meran im Raffl-Zentrum, in der artGallery Raffl, unter dem Motto „Meran zwischen Mailand und München“ zu organisieren. Da sowohl die finanziellen als auch die organisatorischen Voraussetzungen für die Weiterführung einer privaten Galerie auf lange Sicht nicht gegeben waren, wurde 1996 der Verein artForum Gallery – Forum Zeitgenössische Kunst Meran mit 14 Kunstinteressierten...




