Die Villa Freischütz bot am Sonntagvormittag den stimmungsvollen Rahmen für eine Matinee, die ganz im Zeichen der alpenländischen Zither stand. Unter dem Titel „Sonnwendklänge“ lud der Meraner Zitherkreis zu einem musikalischen Vormittag, der Erinnerungen an die große Zeit der Meraner Sommerfrische wachrief und die Gäste für einen Moment in eine Welt entschleunigter Klangkultur entführte.
Wo die Geschichte des Hauses noch heute in den Räumen und Salons spürbar ist, begrüßte Herta Waldner, Präsidentin des Hausmuseums, die zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besucher. Was folgte, war kein gewöhnliches Konzert, sondern eine fein abgestimmte Begegnung von Musik, Literatur und Erzählkunst.
Unter der neuen musikalischen Leitung von Margaret Burger präsentierte sich der Meraner Zitherkreis mit einem abwechslungsreichen Programm. Burger tritt die Nachfolge von Sepp Dentinger an, der die musikalischen Geschicke des Ensembles über siebzehn Jahre hinweg geprägt hat. Mit spürbarer Hingabe widmet sich der Verein weiterhin seiner Aufgabe, das kulturelle Erbe der Zither lebendig zu erhalten und jene Kompositionen zu bewahren, die diesem alpenländischen Instrument ihre unverwechselbare Stimme verleihen.
Besonders reizvoll wurde der Vormittag durch die Moderation von Patrick Rina. Mit Charme, Witz und feinem Gespür spannte er den Bogen zwischen Poesie, Literatur, historischen Anekdoten und den erklingenden Melodien. Seine Worte führten durch das Programm wie ein kundiger Gastgeber durch einen Salon vergangener Zeiten.
Zu hören waren u.a. Werke des Meraner „Zitterseppele“ Josef Leiter, Kompositionen von Florin Pallhuber sowie Kostbarkeiten aus den Gaiser Zitherbüchern. Die Musik erzählte von gelebter Tradition und von jener stillen Schönheit, die der Zither seit Generationen ihren besonderen Platz in der alpenländischen Musikkultur sichert.
Am Ende dankte das Publikum den Musikerinnen und Musikern sowie Patrick Rina mit herzlichem und lang anhaltendem Applaus. Die Matinee erwies sich als musikalisches Schmankerl und als liebevolle Hommage an ein Instrument, dessen Klang bis heute nichts von seiner Faszination verloren hat.




