Politik

SVP - Gesundheitshäuser: Gamechanger oder Prestige?

Informationsabend mit Dr. Hubert Messner

Volles Haus beim Informationsabend zum Gesundheitswesen im Alperia Tower in Meran: Über 120 Interessierte folgten der Einladung von Generation 60+, der Sozialen Mitte Meran und dem Ortsausschuss Untermais zum Vortrag von Lr. Dr. Hubert Messner über die Zukunft des Südtiroler Gesundheitswesens. Selten mussten bei einer Veranstaltung noch zusätzliche Stühle gesucht werden – das große Interesse zeigte deutlich, wie sehr das Thema die Menschen bewegt. Grußworte an die Anwesenden richtete auch Landesrätin Rosmarie Pamer.

Im Mittelpunkt des Abends standen die Herausforderungen und die geplanten Reformen im Gesundheitswesen. Landesrat Messner präsentierte konkrete Zahlen und Entwicklungen: Die Zahl der Zugänge zu den Notaufnahmen in Südtirol ist innerhalb von fünf Jahren von rund 195.000 auf fast 300.000 gestiegen – ein Plus von 54%. Gleichzeitig leiden bereits 31% der Südtiroler Bevölkerung an mindestens einer chronischen Erkrankung, bei den Ü-65-Jährigen sind es sogar 78% Prozent. Für diese Patientengruppe werden mittlerweile 76 Prozent der Gesundheitsausgaben aufgewendet.

Vorgestellt wurden zudem die zwölf geplanten Gemeinschaftshäuser, neue wohnortnahe Einsatzzentralen sowie die neue Gesundheitshotline 116117. Besonders hervorgehoben wurde dabei die stärkere Vernetzung zwischen sozialer und medizinischer Versorgung, um die Notaufnahmen zu entlasten und gleichzeitig die Betreuung vor Ort auszubauen.

Der Abend war keine „Schönwetterveranstaltung“. Aus dem Publikum kamen zahlreiche kritische Fragen – etwa zu langen Wartezeiten, zur Belastung der Notaufnahmen, zum Ärztemangel und zur wohnortnahen Versorgung im Burggrafenamt. Auch das Thema Mitarbeiterwohnungen für Pflegekräfte und Krankenhauspersonal wurde angesprochen. Dabei wurde diskutiert, ob im Zusammenhang mit dem neuen Cura Resort in Meran Möglichkeiten geschaffen werden könnten, um Wohnraum für Bedienstete des Gesundheitswesens mitzudenken.

„Gerade weil wir oft nur Schlagzeilen oder aus dem Zusammenhang gerissene Informationen hören, war es uns wichtig, einen Gesamtüberblick über die Herausforderungen und die geplanten Maßnahmen zu geben. Das ist an diesem Abend eindrucksvoll gelungen. Es wurde offen diskutiert, kritisch nachgefragt und ebenso offen geantwortet. Ein großes Kompliment an Lr. Messner, der seine Vision für das Südtiroler Gesundheitswesen dargestellt hat“, betont Mitorganisator Reinhard Bauer.