Politik

SVP Meran

„Mehrsprachiger Kindergarten“ in Meran

Grundsätzlich begrüßen wir jede Bemühung, die Sprachkompetenz in Südtirol zu fördern. Als SVP-Meran hatten wir im Jahr 2022 dem Antrag einer Arbeitsgruppe zwar zugestimmt, waren jedoch nicht in die Arbeit dieser eingebunden. Das Ergebnis sehen wir eher kritisch.

Am Beispiel Aostatal erkennen wir, welche Konsequenzen bei übereilten Experimenten mit der Sprache drohen. Dort nämlich spielt die französische Minderheit, aufgrund ähnlicher Sprachexperimente, kaum noch eine Rolle. Sprache bedeutet Identifikation, und als SVP setzen wir uns entschieden für den Erhalt der deutschen Muttersprache in Südtirol ein, erklärt Fraktionssprecher Reinhard Bauer.

Die Vorsitzende der Meraner SVP-Frauen und Lehrkraft Beatrix Burger ist überzeugt: „Eine intensive Sprachförderung ab dem Kindergartenalter halten wir für weitaus sinnvoller. Dies sowohl in deutscher und auch italienischer Sprache. Insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund wäre dies von bedeutendem Mehrwert“.

Die Zuständigkeit der Kindergärten und Schulen liegt natürlich bei der Bildungsdirektion des Landes, daher ist das Ergebnis der Arbeitsgruppe auch in Relation zu betrachten.

Es ist eine Tatsache, dass in urbanen Bildungseinrichtungen bereits heute spürbar weniger Deutsch gesprochen wird als früher.

Daher hat für uns die Wahrung des Artikels 19 des Autonomiestatuts, der das Recht auf deutsche Bildung garantiert, oberste Priorität. Wir sehen den Vorschlag der Arbeitsgruppe eher im italienischen Kindergarten angesiedelt. Dort könnte die deutsche Sprache verstärkt gefördert werden, um einen wahren Mehrwert zu schaffen, ist Christoph Mitterhofer überzeugt.

Südtirol ist ein Land mit drei Amtssprachen. Da Italienisch die staatliche Amtssprache ist, erkennen einige Mitbürger*innen den Wert der deutschen Sprache leider nicht an oder betrachten ihren Erwerb als weniger wichtig. Dennoch gibt es viele italienischsprachige Bürger*innen, die den Erwerb der deutschen Sprache als fundamental betrachten. Dies unterscheidet Südtirol von Ländern wie Österreich oder Deutschland, wo ein mehrsprachiges Bildungssystem durchaus sinnvoll sein könnte.

Neue Konzepte und Ansätze im sprachlichen Bildungsbereich müssen für uns zwingend auch im Sinne der Förderung der deutschen Sprache und der Konsolidierung der deutschsprachigen Minderheit erarbeitet werden. Mit dem Ergebnis der Arbeitsgruppe sehen wir dieses Ansinnen leider nicht gewahrt