Frühe Hilfen Burggrafenamt
02. March 2026
Netzwerktreffen „Frühe Hilfen Burggrafenamt“ thematisiert miterlebte Gewalt im frühen Kindesalter
Meran – Beim Netzwerktreffen der Frühen Hilfen Burggrafenamt am 19. November 2025 kamen Fachkräfte aus dem Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der frühen Unterstützung von Familien zu diskutieren. Die Veranstaltung fand im Mehrzwecksaal des Krankenhauses Meran statt und wurde von den Koordinatoren Laura Stangl und Thomas Lechthaler mit dem Zitat eröffnet:
„Ein Kind vergisst vielleicht, was gesagt wurde.
Aber es vergisst nie, wie es sich gefühlt hat.“
— Maya Angelou
Zum Auftakt der Veranstaltung tauschten sich die Teilnehmenden anhand konkreter Fallbeispiele aus, bei denen die Vertreter der Dienste und Institutionen ihre Rolle und Verantwortung im Netzwerk sichtbar machten und den anderen Teilnehmenden verständlich erklärten.
Ein zentraler Programmpunkt war der statistische Jahresrückblick des Frühe‑Hilfen‑Teams, der einen Überblick über Beratungszahlen, Unterstützungsanfragen sowie Entwicklungen im Netzwerk gab.
Im fachlichen Schwerpunkt widmete sich die Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Cinzia Cappelletti dem Thema „Miterlebte Gewalt in der Schwangerschaft und im Kleinkindalter“. Sie erläuterte, wie Gewalt – auch wenn sie nicht direkt gegen das Kind gerichtet ist – tiefgreifende Folgen für dessen körperliche, emotionale und kognitive Entwicklung haben kann. Besonders hervorgehoben wurde, dass Kinder Gewalt sowohl direkt erfahren als auch indirekt durchleben und wahrnehmen können.
Die Referentin betonte zudem, dass miterlebte Gewalt langfristige Auswirkungen auf Bindungsverhalten, Emotionsregulation, Stresssysteme und soziale Kompetenzen haben kann. Auch das Risiko späterer psychischer Erkrankungen oder aggressiven Verhaltens steigt signifikant.
Im Anschluss folgte eine interdisziplinäre Diskussionsrunde, in der Fachkräfte aus Sozialarbeit, Psychologie, Pädiatrie und Familienunterstützung ihre Erfahrungen austauschten und mögliche Verbesserungen in der Zusammenarbeit diskutierten.
Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem Appell an eine weiterhin enge Vernetzung, um Familien frühzeitig und umfassend unterstützen zu können. Die Koordination betonte, dass die Frühen Hilfen ein bedeutendes Schutzsystem für Kinder darstellen – insbesondere für jene, die Gewalt miterleben müssen.
Frühe Hilfen Team Burggrafenamt
- Doris Spögler – Kinderkrankenpflegerin (Gesundheitssprengel Meran)
- Margret Marzari – Sozialpädagogin (Sozialsprengel Meran)
- Tanja Hofer – Kinderkrankenpflegerin (Gesundheitssprengel Lana)
- Barbara Lochmann – Sozialpädagogin (Sozialsprengel Lana)
- Eva Oberhofer – Sozialpädagogin (Sozialsprengel Naturns)
- Marlene Grassl – Sanitätsassistentin (Gesundheitssprengel Passeier)
- Brigitte Kofler – Sozialpädagogin (Sozialsprengel Passeier)
- Dr. Barbara Klotz – Psychologin (Psychologischer Dienst Meran)
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