Kulturverein Amaté – Zehn Jahre nach dem Erdbeben
Uraufführung des Oratoriums „Rimembranza“ in Amatrice
26. August 2026
Zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben, das am 24. August 2016 die Region um Amatrice und Accumoli erschütterte und 299 Menschen das Leben kostete, wurde am Montagabend in Amatrice das Oratorium „Rimembranza“ des Südtiroler Komponisten Richard J. Sigmund uraufgeführt.
Unter freiem Himmel versammelten sich zahlreiche Menschen zu einem besonderen musikalischen Gedenken. Im Mittelpunkt stand die Missa da Requiem „Rimembranza“, die Sigmund eigens im Zeichen der Erinnerung an die Opfer des Erdbebens komponiert hat. Das rund 90-minütige Werk verbindet klassische Sakralmusik mit gesprochenen Texten und persönlichen musikalischen Erinnerungen des Komponisten.
Auf der Bühne standen elf Chöre mit insgesamt rund 250 Sängerinnen und Sängern, ein großes Sinfonieorchester sowie neun internationale Solistinnen und Solisten. Mitwirkende waren unter anderem Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles Amaté, Solisten der Merano Academy Operastudio 2026, der Chor der Universität Krems sowie Chöre aus den vom Erdbeben betroffenen Gebieten.
Besonders eindrucksvoll war, dass das Werk unter der Leitung des Komponisten Richard J. Sigmund selbst zur Aufführung gebracht wurde. Damit schloss sich ein Kreis, der zehn Jahre zuvor mit den persönlichen Eindrücken des Komponisten nach der Katastrophe begonnen hatte.
Bereits unmittelbar nach dem Erdbeben hatte Sigmund eine groß angelegte Hilfsaktion initiiert, an der sich zahlreiche Menschen, Betriebe und Vereine aus Südtirol beteiligten. Spendensammlungen und Hilfstransporte verbanden Südtirol damals unmittelbar mit den betroffenen Gemeinden. Zehn Jahre später wurde diese Verbundenheit mit „Rimembranza“ auf musikalische Weise fortgesetzt.
Veranstaltet wurde das Konzert vom Kulturverein Amaté in Zusammenarbeit mit der Accademia Vicino di Accumoli sowie den Gemeinden Amatrice, Accumoli und Arquata del Tronto.
„Rimembranza“ gliedert sich in einen Prolog, die Requiem-Messe und einen Epilog. Zwischen den musikalischen Abschnitten schaffen gesprochene Texte Momente der Stille und Besinnung. Erinnerung, Verlust, Schmerz und Hoffnung stehen dabei im Mittelpunkt.
Dabei versteht das Werk Erinnerung nicht allein als Blick zurück. Vielmehr wird sie zu einem Auftrag für die Zukunft: als Zeichen dafür, dass Menschen trotz unterschiedlicher Herkunft und Lebensgeschichten durch Musik miteinander verbunden werden können.
Die Uraufführung in Amatrice war damit nicht nur ein Konzert, sondern ein gemeinsamer Moment des Erinnerns – zehn Jahre nach einer Katastrophe, die das Leben einer ganzen Region verändert hat. „Rimembranza“ machte aus der Erinnerung Musik und aus der Musik ein Zeichen der Verbundenheit, der Versöhnung und der Hoffnung.
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