Martha Margesin Zischg
Eine Bildhauerin mit Format
Im Frühling 2026 von Dr. Elfriede Zöggeler-Gabrieli
Martha Margesin Zischg, gebürtige Lananerin, lebt und arbeitet auf dem Runstnerhof in Gargazon. Seit bald sechzig Jahren widmet sie sich der Bildhauerei, einer dreidimensionalen, plastischen Kunst und wohl der ältesten der Menschheitsgeschichte.
Prägten ihre Werke in den ersten Jahrzehnten vor allem den privaten und öffentlichen Raum Südtirols, so hat die Künstlerin inzwischen auch im Ausland großes Interesse geweckt. Zuletzt war sie bei den Gemeinschaftsausstellungen ART NOVA in der Hofburg Innsbruck sowie „Begegnungen und Dialoge“ im Norbertisaal des Stifts Wilten vertreten – allein zur Vernissage fanden sich über 200 Besucher ein.
Ausgewählte Werke sind außerdem im Rahmen der Ausstellung „Curiosum – Kunst und Antiquitäten“ zu sehen, die am 23. und 24. Mai 2026 von 10 bis 18 Uhr auf der Leonburg bei Lana bei freiem Eintritt zugänglich ist.
Elfriede Gabriele Zöggerle hat die Künstlerin getroffen. Die folgenden Fragen widmen sich den Herausforderungen, denen Martha Margesin Zischg (MMZ) im Verlauf eines künstlerischen Arbeitsprozesses begegnet.
MS: Womit begann dein künstlerisches Schaffen und welches Material hat dich besonders inspiriert?
Martha Margesin Zischg: Es begann 1967 mit dem Töpfern. Der Ton ist mein bevorzugtes Material, weil sich damit besonders gut modellieren lässt. Dies hat mich dann auch zur Bildhauerei gebracht.
Was inspiriert dich zu deinen Skulpturen?
Vielfach sind es persönliche Erlebnisse, die mich beeinflussen wie Musik, die eine innere Ruhe erzeugt, Trauer, die es zu bewältigen gilt – in solchen emotionalen Momenten entstehen vor allem religiöse Skulpturen wie der hl. Florin oder der hl. Franziskus –, oder Angstgefühle, die ich beim Schaffen der Skulptur „Die Flüchtende“ bewältigen wollte. Im Allgemeinen aber lasse ich mich von meiner Intuition leiten.
Was ist die größte technische Herausforderung bei deinen Werken?
Die Figuren werden durch einen intensiven Arbeitsprozess geschaffen. Die Skulpturen, die durch das Auftragen von Material sichtbar gemacht werden, setzen sich aus konvexen, konkaven und ebenen Flächen zusammen. Große Herausforderungen stellen für mich daher überdimensionale Skulpturen dar, da sie eine besondere Handhabung erfordern wie zum Beispiel „Der Wächter“ am Kröllturm bei Gargazon, der über 3 m hoch ist.






