Digitaler Wandel mit den Stadtwerken Meran
Meran wird zur intelligenten Stadt der Zukunft
Im Herbst 2025 von Eva Pföstl
Meran befindet sich inmitten eines digitalen Transformationsprozesses. Die Stadtwerke Meran AG übernehmen – in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Meran – eine Schlüsselrolle in der digitalen Transformation der Stadt. Als kommunales Unternehmen sind sie für zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge zuständig: öffentliche Beleuchtung, Müllentsorgung, Straßenreinigung, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Straßenreinigung. Diese Bereiche werden systematisch digitalisiert und mit intelligenten Technologien ausgestattet. Das Unternehmen versteht sich dabei nicht nur als Dienstleister, sondern als aktiver Gestalter der urbanen Zukunft. Unter der Leitung von Verwaltungsratspräsident Giorgio Balzarini und Generaldirektor Patrik König arbeiten die Stadtwerke kontinuierlich an neuen Smart City-Lösungen.
Definition und Vision der Smart City Meran
Eine Smart City ist eine urbane Umgebung, die durch den gezielten Einsatz digitaler Technologien effizienter, nachhaltiger und lebenswerter wird. Die Stadtwerke Meran verfolgen dabei einen ganzheitlichen Ansatz: Die Effizienzsteigerung verschiedener Dienstleistungen und Infrastrukturen steht im Mittelpunkt der Strategie. Dabei werden die öffentliche Beleuchtung, das Wasserwerk, die Abfallentsorgung sowie Verkehrs- und Wetterdatenmessung durch digitale Lösungen fortlaufend optimiert. „Der Grundgedanke geht jedoch über reine Technik hinaus. Smart Cities sollen die Bürgerbeteiligung fördern und innovative digitale Dienstleistungen anbieten, die den Alltag erleichtern und die Stadt sicherer, effizienter, sauberer und lebenswerter machen“, erklärt Giorgio Balzarini, Präsident der Stadtwerke Meran. Außerdem können Kosten gespart werden.
Stadtwerke als Innovationstreiber
Die Jahre 2017 und 2018 markierten den Start der Pilotprojekte im Smart City-Bereich. Projekte wie die automatische Ablesung von Trinkwasserzählern, Fernsteuerung von LED sowie die Füllstandsmessung von Müllkübeln in der Innenstadt waren wegweisend.
„Ein Paradebeispiel für die praktische Umsetzung des Smart City-Konzepts sind die digitalen Trinkwasserzähler“, erklärt Stefan Mutschlechner, der seit 2017 bei den Stadtwerken tätig ist und verantwortlich für die Beleuchtung und Smart City zeichnet.
Bei der automatischen Ablesung von Trinkwasserzählern z. B. übermitteln digitale Wasserzähler Live-Daten zum Verbrauch – somit wird nur der effektive Wasserverbrauch verrechnet. Auch können Mithilfe dieser digitalen Wasserzähler beispielsweise Leckagen frühzeitig entdeckt werden, sodass der Verlust von Wasser vermieden werden kann. Bei Auffälligkeiten sendet das System einen Alarm. So können die Experten sofort Rückschlüsse auf möglicherweise unentdeckte kleine Leckagen und damit Wasserverluste ziehen.
In Meran ist man auch schon clever beleuchtet. Mit der kürzlich abgeschlossenen Umrüstung weiterer 477 Lichtpunkte der öffentlichen Beleuchtung auf moderne LED-Technologie sind nun 80 Prozent der städtischen Anlagen auf dem neuesten Stand. Dieses Projekt führt schon jetzt zu signifikanten Einsparungen bei Energieverbrauch und Kosten sowie zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen.
Hochverfügbares Netzwerk: Das digitale Nervensystem der Stadt
Gigantische Datenmengen sammeln ist nur der erste Schritt – entscheidend ist ihre intelligente Verarbeitung. „Das Herzstück jeder Smart City bildet ein hochverfügbares Netzwerk“, erklärt Mutschlechner. „LoRaWAN – Long Range Wide Area Network – fungiert als Kommunikationsbrücke zwischen Sensoren, Aktoren, Wasserzählern und Messinstrumenten.“ Die Technologie ermöglicht bidirektionale Kommunikation: „Ich kann einer Laterne befehlen, ab 22 Uhr die Beleuchtungsstärke zu drosseln – und sie bestätigt mir den Auftrag zurück“, veranschaulicht der Experte.
Parallel setzen die Stadtwerke auf ein Geoinformationssystem (GIS) zur digitalen Erfassung und Visualisierung räumlicher Daten. „Präzise Kenntnisse über Leitungen und Netzwerke sind für Stadtwerke existenziell“, so Mutschlechner.
Das System transformiert statische Informationen in dynamische Entscheidungshilfen und fungiert als digitales Gedächtnis der intelligenten Stadt. „Durch koordinierte Planung können wir verhindern, dass Bürger nach einer Wasserleitungssanierung bereits nach wenigen Jahren erneut von Baustellen betroffen sind“, erklärt Mutschlechner die praktischen Vorteile. Die intelligente Koordination reduziert Belastungen für die Bürger, optimiert die Ressourcennutzung und senkt die Gesamtkosten städtischer Projekte.
2-Jahres-Plan: Roadmap zur intelligenten Stadt
Die Stadtwerke Meran haben eine detaillierte Roadmap für die Jahre 2026/2027 entwickelt – sie bildet das Fundament des zukünftigen Smart-City-Vertrages mit der Gemeinde.