Die Lauben: Dreckiges Aushängeschild der Kurstadt
Im Winter 2026 von Der Stieglitz
Die Lauben – Merans Prachtstück, unser touristisches Vorzeigeobjekt. Zumindest in der Theorie. In der Praxis hängen in den historischen Arkaden Spinnweben wie vergessene Weihnachtsdekoration, während Randsteine und Böden eine (Hundepisse-) Patina entwickeln, die selbst Archäologen interessieren dürfte. Natürlich gibt es löbliche Ausnahmen: Kaufleute, die nicht nur ihre Geschäfte, sondern auch den dazugehörigen Laubengang sauber putzen. Der Rest scheint das Motto „Nachhaltigkeit“ revolutionär neu zu interpretieren – nachhaltig dreckig eben.
Besonders pikant: Die Gemeinde selbst gibt sich keine Mühe. Der Eingang in den Lauben zur Gemeindeverwaltung? Verdreckt. Die Lampen? Seit Monaten oder gar Jahren kaputt. Spinnweben in den Arkaden? Inklusive. Gleich nebenan gähnt seit über einem Jahr ein leerstehendes Geschäftslokal mit ebenso verdreckter Fassade und Eingangsbereich – ein wahrer Beitrag zum schönen Stadtbild. Aber Hauptsache, der horrende Pachtzins für die Gemeinde fließt pünktlich.
Willkommen in der Kurstadt Meran, wo man für teures Geld Wellness predigt, während das historische Zentrum verwahrlost. Vielleicht sollten wir die Spinnweben einfach als neue Attraktion vermarkten: „Mittelalterliches Flair – authentisch seit gestern!“