Editorial 15/2025
Im Sommer 2025 von Eva Pföstl
Millionen von Jahren – eine Zeitspanne, die unsere Vorstellungskraft übersteigt. Doch der renommierten Geologin Sonja Pircher gelingt es, uns diese unfassbare Dimension der Zeit nahezubringen. In unserem Gespräch für die Titelgeschichte erläutert sie, wie Prozesse aus längst vergangenen Epochen unsere Gegenwart prägen. „Unser heutiges Verhalten wird noch über Generationen hinweg erhebliche Folgen auf den Zustand der Erde haben“, mahnt die Meranerin eindringlich.
Was zunächst nach Elfenbeinturm klingt – wenn Geologen und Geologinnen Ereignisse von 10 oder 50 Millionen Jahren erforschen –, erweist sich als hochrelevant für jeden von uns. Die Erkenntnisse über vergangene Klimaperioden werden zu Schlüsseln für das Verständnis künftiger Entwicklungen. In Zeiten der Klimakrise avanciert das Begreifen dieser tiefen Zeiträume zur existenziellen Notwendigkeit, um tragfähigere Strategien zu entwickeln und fundierte Entscheidungen zu treffen. Die angewandte Geologie steht durch den Klimawandel vor gewaltigen Herausforderungen, zugleich aber wird sie zum unverzichtbaren Instrument, um unsere Zukunft zu sichern.