Namen sind Nachrichten.
Im Sommer 2025 von Robert Asam
Ich hatte mir ernsthafte Sorgen um die Zukunft unseres Altbürgermeisters gemacht. Nun ja, so alt ist er ja nicht, aber abgewählte Bürgermeister müssen diesen schmückenden Zusatz aushalten. Er wollte im Gemeinderat bleiben, hatte er versprochen. Vermutlich wollte er kontrollieren, ob seine Nachfolgerin die Trikolore-Schleife immer schön gebügelt über die richtige Schulter trägt. Jetzt aber, keine zwei Monate nach seiner Abwahl, hat Herr Dal Medico dem Gemeinderat und der Stadt den Rücken gekehrt, weil er sich um das Müllproblem in der Landeshauptstadt kümmern muss. Ehrlich gesagt hätte er
sich auch in Meran um den Müll kümmern können. Also nicht jetzt, sondern als Bürgermeister. Das geht jetzt nicht mehr. Bozens Bürgermeister Corrarati hat ihn uns weggeschnappt. Also nicht, dass Sie glauben, unser Alt..., oder besser, unser Nichtmehrbürgermeister muss in Bozen die Müllkörbe leeren, nein, er wird Präsident des Umweltbetriebes Eco-Center, der u. a. den Verbrennungsofen führt und für die Abwässer zuständig ist. Was genau der Präsident eines solchen Betriebes macht, weiß ich nicht. Aber es ist bestimmt ein wichtiges Amt.
Und weil der Nichtmehrbürgermeister nach Bozen geht, hat ihm seine Nachfolgerin auch gleich die Nachbarschaftshilfe mitgegeben. Jetzt dürfen sich die Bozner damit herumschlagen. Irgendwie fies, liebe Katharina. Wer kontrolliert uns jetzt in Meran, wenn wir um 4 Uhr früh sternhagelvoll grölend nach Hause kommen? Dario bestimmt nicht, der ist im Mülleinsatz in Bozen.
Noch eine Nachricht hat mich kürzlich aufhorchen lassen. RAI Südtirol fragte unseren Bischof nach seinen Urlaubsplänen. Ivo Muser verriet, er freue sich auf die Tage in Jerusalem. Soweit so gut. Aber dann sagte der Bischof auch, er freue sich vor allem auf die Stille, die ihn während seines Urlaubs umgeben würde. Da war ich mir sicher, unser Bischof weiß etwas, was sonst niemand weiß. Seither warte ich, dass es still wird in und um Jerusalem herum.