Die Friedensbotschaft des olympischen Feuers
Im Winter 2025 von Dr. Luis Fuchs
Vor beinahe 3000 Jahren war im antiken Olympia, der Geburtsstätte der Olympischen Spiele, zum ersten Mal das olympische Feuer entzündet worden. Am Mittwoch, 26. November, wurde wiederum bei der Entzündungszeremonie die symbolträchtige Flamme entfacht. Dies geschieht mithilfe eines Parabolspiegels, der die Sonnenstrahlen bündelt. In der Antike brannte dort ein ewiges Feuer auf dem Altar der Göttin Hestia, was als Symbol für Frieden und Einheit galt. Hestia war die Göttin des Herdes und des Familienfeuers.
Die erste Fackel nahm der Grieche Petros Gkaidatzis entgegen, die er noch auf den Stufen des Museums der italienischen Skilangläuferin Stefania Belmondo übergab. Dort reichten die beiden die Fackel dem Südtiroler Olympioniken Armin Zöggeler, der die Flamme aus Olympia hinaustrug. Die ersten neun Tage wurde das Feuer durch Griechenland getragen und dann in Rom weitergereicht.
Am 5. Dezember entzündete der Staatspräsident Sergio Mattarella auf der Piazza del Quirinale feierlich das Becken, von dem aus die Flamme ihre fast 12.000 Kilometer lange Reise durch Italien antreten würde. Mit Blick auf die aktuelle Weltlage äußerte Mattarella die Hoffnung, dass der Sport heute mehr denn je Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern stiften könne. An der Zeremonie nahm auch der Landeshauptmann Arno Kompatscher teil. Er verwies darauf, dass die olympische Flamme Ende Jänner auch Südtirol erreichen werde und versicherte: „Wir werden dabei zeigen, dass unterschiedliche Sprachen und Kulturen harmonisch zusammenleben können und geben damit ein Signal für die Olympischen Spiele und darüber hinaus.“
Erstmals in Südtirol wird die olympische Fackel vom 27. bis 29. Jänner 2026 unterwegs sein. Von San Vito di Cadore ausgehend werden die Fackelträger:innen die Gemeinde Rasen-Antholz aufsuchen und nach Einkehr in Bruneck und Brixen gegen Abend bei einer großen Feier auf dem Waltherplatz in Bozen zu Gast sein. Am 29. Jänner wird die olympische Flamme in Meran zu sehen sein, doch anstatt in den Vinschgau weiterzuziehen, erreichen die Fackelträger:innen Trient als Etappenziel.