Im Labyrinth der Steuerwelt
Im Herbst 2025 von Dr. Luis Fuchs
Südtirols Hunde sind in aller Munde! Der Landesrat Luis Walcher hat es geschafft. Die geplante Hundesteuer sorgte letzthin für Schlagzeilen, und zwar in lokalen wie überregionalen Medien bis hin zur New York Times und dem Mirror. Große Aufmerksamkeit wurde vor allem der „Ortstaxe für Urlauberhunde“ zu 1,50 Euro pro Nächtigung gewidmet. In Südtirol selbst führte Walchers Hundesteuer zu kontroversen Reaktionen. Die deutschsprachige Bevölkerung ist mehrheitlich für eine Hundesteuer, während die Italiener strikt dagegen sind. Im Gegenzug wartete die Abgeordnete Scarafoni von der FDI mit der maliziösen Drohung auf, eine „Kuhsteuer“ von 100 Euro pro Rind einzuführen. Es sollte wohl eine gezielte Provokation dem Landesrat für Landwirtschaft gegenüber sein. Nun, ganz abwegig wäre der Antrag ja nicht, denn beim Rülpsen stoßen die Kühe Methan, ein starkes Treibgas, aus. So hat Dänemark bereits eine Methansteuer auf Kühe eingeführt, die pro Kuh bis zu 100 Euro kosten kann.
Während Einkommens- und Mehrwertsteuern durchwegs bekannt sind, gibt es weltweit eine Vielzahl an kuriosen Steuern, die weitgehend unerkannt bleiben. So wird beispielsweise in Venedig sogar eine „Schattensteuer“ eingetrieben. Seit 1993 erhebt Venedig eine Steuer auf alle Bauwerke und Markisen, deren Schatten auf öffentliches Gelände fällt. In Portugal wird für einen Rundumblick in alle Richtungen eine „Aussichtssteuer“ erhoben. Der Staat erhöht seit 2016 die Grundsteuer, wenn eine Immobilie eine schöne Aussicht auf das Meer oder die Berge bietet. In Südtirol könnten manche Berghotels und Berggasthäuser für den Ausblick auf ein 360-Grad-Panorama zur Kasse gebeten werden.
Nachahmenswert wäre die Steuer auf ungesunde Lebensmittel, die in Ungarn eingehoben wird. Abgaben sind auf gezuckerte Getränke, Energy-Drinks, Snacks und Soßen zu entrichten, und zwar in Höhe zwischen 5 und 200 Forint, je nach Produkt. Fettleibigkeit, insbesondere bei Kindern, soll damit bekämpft werden. Südkorea ist bekannt als Hochburg der Schönheitschirurgie. Vor zehn Jahren wurde eine Steuer von 10 % auf kosmetische Eingriffe eingeführt. Die Ärzte sind entrüstet, auch weil die Behandlung von Akne und Haarausfall unter diese Steuer fällt.
Die irrsinnigste Abzocke in der „Steueroase“ Italien wird seit 90 Jahren betrieben. Sucht man im italienischen Steuerdschungel nach Absurditäten, wird man bei den Akzisen, also den indirekten Verbrauchs- und Verkehrssteuern, fündig. Heute noch wird im aktuellen Benzinpreis eine Akzise zur Finanzierung des Krieges in Äthiopien 1935-1936 verrechnet. Die Höhe des Betrages macht lächerliche 1,90 Lire (0,000981 Euro) aus, informiert uns die Webseite www.alvolante.it.