Hundesteuer
Im Herbst 2025 von Robert Asam
Schon wieder hat er es mit den armen Hunden, wird meine Leserschaft stöhnen. Leserschaft ist ein herrliches Wort, erspart es mir doch das mühsame Leserinnen und Leser. Aber das nur so nebenbei. Es geht nicht um Sie, also um die Einzelteile meiner Leserschaft, sondern um die Hunde, die jetzt besteuert werden sollen. Um Hunde und Hündinnen, um ganz genau zu sein. Hundschaft gibt es ja nicht. Kundschaft schon, aber das ist etwas anderes. Schon wieder schweife ich ab. Und dabei ist die Hundesteuer ein wichtiges Thema. In Meran soll es rund 6000 Hunde geben. 6000 mal 100 €. Ich sehe den Stadtkämmerer vor mir, wie er sich die Hände reibt. Doch die Hoffnung auf Einnahmen in Höhe von 600.000 € wird platzen wie eine Seifenblase. Wachhunde, Blindenhunde, Jagdhunde, Seniorenhunde sind Nutztiere und werden als solche von der Steuer befreit. Darüber lässt sich reden. Sagen wir, die Hälfte aller Hunde fallen unter eine Ausnahmebestimmung. Das wäre dann immer noch viel Geld für die Gemeindekasse. Schon regt sich Protest: Und was ist mit den Katzen? Nun, Katzen streunen meistens unbegleitet herum und wissen sich zu benehmen. Sie scheißen nur in äußersten Notfällen mitten auf einen Gehsteig. Bei Kühen ist das anders. Sie entleeren sich mit Vorliebe auf Wanderwegen. Der Tritt in einen frischen Kuhfladen ist vorprogrammiert. Das hat Frau Scarafoni, ihres Zeichens Landtagsabgeordnete von Fratelli d’Italia, vermutlich veranlasst, eine Kuh-Steuer zu fordern. Roland Stauder, Obmann der Freiheitlichen, war empört. Er hat die Provokation überhört. Nächstes Mal sollte Frau Scarafoni bitte so provozieren, dass es auch die Freiheitlichen verstehen. Die Kuh-Steuer ist vom Tisch, die Hundesteuer noch nicht ganz. Da herrscht noch Diskussionsbedarf. Muss das Herrchen für seinen Dackel gleich viel zahlen wie das Frauchen für den Berner Sennenhund? Und dann das heikle Thema Ortstaxe für Ausländerhunde. Es geht also wieder einmal gegen die Ausländer. Hunde und Hündinnen, die aus dem Ausland kommen und hier bei uns ihren Urlaub verbringen, würden pro Aufenthaltstag 1,50 € kosten. Zahlen muss natürlich das Begleitpersonal (herrliches Wort, erspart mir das umständliche Hundehalter und Hundehalterin). Die Debatte über richtig oder falsch ist schon im Gang. Immerhin haben Gäste künftig die freie Wahl: Hund mitnehmen oder zuhause lassen und dafür lieber einen Espresso mehr. Die verehrte Leserschaft mit Hund, hat keine Wahl, sondern muss warten, was der Landesrat für Hundesteuern entscheidet. So gesehen sind wir Einheimische benachteiligt. Aber das sind wir ja gewohnt.