Sokrates, die Weisheit des Fragestellers
Im Herbst 2025 von Georg Schedereit
„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Mit dieser Selbsterkenntnis ist Sokrates in die Philosophiegeschichte eingegangen. Einer Welt, die glaubt, alles Mögliche zu wissen, macht Sokrates klar: Wissen ist nicht Weisheit.
Wir glauben zu wissen, wie wir unseren Alltag bewältigen und was für ein Know-how wir dazu brauchen.
Aber so sicher wie beim Gewusst-Wie, beim Know-how, sind wir überhaupt nicht beim Gewusst-Warum, beim Know-why hinter allem Wichtigen im Leben und im Tod.
Wir wissen ja nicht einmal genau, wer wir sind, geschweige denn, was die Welt im Innersten zusammenhält oder auseinandertreibt.
Also: Erkenne dich selbst. Diese Inschrift steht auf vielen griechischen Tempeln. Erkenne erst einmal deine Grenzen, die Grenzen deines Tuns, die Grenzen deines Wissens. Erst damit beginnst du selbstständig zu denken, über dich hinaus.
Entsprechende Fragen stellte Sokrates schon im Athen des 5. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung, also als erster. Er tat dies mit einmaliger Folgewirkung auf das westliche Denken bis heute.