Warum Gold mehr wert ist als sein Preis
Im Winter 2026 von Dr. Luis Fuchs
„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, mahnt eine alte Redewendung. Etwas, das wertvoll oder beeindruckend aussieht, muss nicht zwangsläufig von hoher Qualität oder dauerhaft sein.
An den ersten Wettkampftagen der Olympischen Winterspiele gab es eine peinliche Panne. Die Abfahrts-Olympiasiegerin Johnson aus den USA ist vor Freude hochgesprungen, wobei die Goldmedaille in drei Einzelteile zerbrach. Bei weiteren Medaillen-Trägern hat sich die eben gleiche peinliche Panne zugetragen. Es stellte sich heraus, dass die Medaillen aus recyceltem Metall von der staatlichen Münzprägeanstalt produziert worden sind.
Steckt wirklich Edelmetall in den Olympia-Medaillen? Tatsächlich besteht die 506 Gramm schwere Goldmedaille aus spärlichen sechs Gramm Gold und dem Rest aus 500 Gramm Silber. Der materielle Wert beziffert sich auf 1.800 Euro. Die 400 Gramm wiegende Bronzemedaille ist hauptsächlich aus Kupfer und vom Material her nur ca. vier Euro wert. Das CONI zahlt allerdings jedem Athleten 180.000 Euro Prämie für Gold und 60.000 Euro für Bronze.
Gold hat seit jeher eine magische Anziehungskraft auf die Menschheit ausgeübt. „So reich sein wie Krösus“, heißt es heute noch im Sprichwort. Krösus war ein lydischer König und gilt als Erfinder der Goldmünze. Die älteste bekannte Goldmünze mit einem Alter von über 2.500 Jahren stammt aus dem Reich des Königs Krösus. In der Bibel ist der Begriff „Gold“ über 400-mal zu finden, öfter als die Namen Maria, Josef und Johannes der Täufer zusammen. Von Menschen, die Geld und materiellen Besitz über alles stellen, heißt es in der Redewendung, sie „tanzen um das goldene Kalb“. Die Wendung stammt aus der Bibel und bezieht sich auf die Israeliten, die während der Abwesenheit von Moses ein goldenes Kalb schufen und es anbeteten. Gold ist auch eines der drei Geschenke der Heiligen Drei Könige. Als edelstes Metall würdigt es das Kind in der Krippe als König der Könige.
Wie viel Gold gibt es auf der Erde? Laut „World Gold Council“ beläuft sich bis Ende 2024 der globale „oberirdische“ Goldbestand – also alles seit der Antike geförderte und heute existierende Gold in Schmuck, Barren, Münzen, Zentralbankbeständen etc. – auf rund 216.265 Tonnen. Das entspricht ca. 45 % Schmuck, 22 % Privatvermögen (also Barren und Münzen), 17 % Zentralbanken und dem Rest Industrie, Chemie, Wissenschaft. Allein die indische Bevölkerung soll über einen Goldbesitz im Umfang von mehr als 20.000 Tonnen verfügen, vor allem in Form von Schmuck.