Andreas-Hofer-Denkmal
Die Idee eines Denkmals tauchte in den 1890er-Jahren auf, doch für den Standort
Segenbühel reichte der Betrag, den ein Denkmalfond bis 1909 gesammelt hatte, angesichts der Geldforderungen der Gemeinde Tirol nicht aus. Nach einer großzügigen Spende des Kaisers und unter der Schutzherrschaft des Thronfolgers entschloss sich das Denkmalkomitee 1914 für den Standort gegenüber dem Bahnhof. Nach letzten vergeblichen Verhandlungen mit Dorf Tirol wurden die Arbeiten an Steinmetz, Baufirma, für den...
Einführung
Von April bis Juni 1920 hielt sich Franz Kafka in Meran auf – damals ein wenig bekannter Schriftsteller, heute ein Autor von Weltruhm. Hundert Jahre später wollten der Journalist Patrick Rina und ich Kafkas Kur zum Anlass für ein Kafka-Jahr nehmen. Unter der Trägerschaft der Urania, von der Stadtgemeinde tatkräftig unterstützt, gelang es uns, eine beindruckende Veranstaltungsreihe zu organisieren, an der sich viele kulturelle Einrichtungen Merans sowie alle Oberschulen beteiligten. Der „Meraner...
Die Person Andreas Hofer findet in der Literatur mannigfach idealisierte Darstellungen. Zahlreiche Schriftsteller beschrieben ihn aus jenem historischen Blickwinkel, der der jeweiligen Zeit dienlich war. So verherrlichte ihn Anton Graf Bossi-Fedrigotti 1935, ganz im Sinne der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, als „die letzte lebendige Heldengestalt der deutschen Nation“. Zudem wird er zweckdienlich als Werbeträger in unterschiedlichster Form eingesetzt: Ihm zum Ehren wurden Museen, Denkmale und Gebäude errichtet; er ist...
Die Geschichte des Badens reicht bis in die vorchristliche Zeit zurück, in welcher die antiken Kulturen viel Aufwand für Hygiene betrieben; Griechen und Römer hatten schon Badewannen aus verschiedenen Materialien wie Marmor, Terracotta, Holz und Metall und im Orient entwickelten sich die türkischen Bäder oder Hammams. Durch die Kreuzzüge im Hochmittelalter brachten die Ritter die Idee vom geselligen Baden nach antikem Vorbild und orientalischer Gepflogenheit auch in die Gebiete der Alpen. Als erstes Badegefäß...
Der Familienname „Torggler“, ursprünglich Hofname, ist im Burggrafenamt weitverzweigt. Der Haus- und Hofname tritt er uns nicht selten in seiner Verkleinerungsform als „Törggele“ entgegen. Hergeleitet von Torggl, der urtümlichen Weinpresse, weist der Name auf betriebenen Weinbau und einträgliche Weinhöfe hin. Geheimnisvolle Hohlräume Das Brugger-Törggele verbindet der Benediktiner Topograph Beda Weber mit folgender Begebenheit: „Beim Umbau der Felder stößt man häufig...
Unzählige Einheimische und Gäste gehen täglich an der Georgenkirche in Obermais vorbei, ohne auf das fünf Jahrhunderte alte Fresko zu achten, das die Südfassade ziert. Nur anfangs dieses Jahres erregte es mehr und mehr Aufmerksamkeit, als die Schäden so deutlich wurden, dass sie niemand mehr übersehen konnte. Denn am unteren Rand begann sich offensichtlich das Bild von der Mauer zu lösen, was befürchten ließ, dass Teile davon unwiederbringlich verloren gehen würden. In Abstimmung mit dem...
Nie wieder Krieg! Die Gedenksteine auf den Soldatenfriedhöfen rufen es zu Tausenden aus der kühlen Erde. Von wie vielen leidvollen Gefühlen und Erfahrungen könnte jeder Soldat in seinen letzten Lebensminuten aus den Schützengräben des Ersten und aus dem Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs erzählen? Wie viel Angst- und Entsetzensschreie würde er hinausschreien? Und dies gilt unterschiedslos für alle: „Sieger“ und „Verlierer“ gibt es im Krieg keine. Italienische, österreichische und...
Die Gold-, Silber- und Seidensticker bzw. Näher galten als ausgesprochene Kunsthandwerker, die verschiedene Grundstoffe wie Seide, Samt und Brokat, aber auch Baumwolle, Leinen oder Wolle genauso wie Tuch und Leder mit drellierten Gold- und Silbergespinsten sowie farbigen Seidengarnen und Perlen bestickten. Allen gemeinsam ist, dass sie künstliche Figuren mit dem entsprechenden Material stickten, wobei Geschicklichkeit gefordert war. Es handelt sich um eine sehr alte Kunst, die zunächst insbesondere in China und Japan beheimatet war und...
Die Ausgangsbedeutung des Wortes Friedhof geht auf das althochdeutsche „frithof“ zurück, was die Bezeichnung für einen eingefriedeten, also umgrenzten Platz ist. Mit der Zeit vollzog sich der Bedeutungswandel zu einem „Hof des Friedens“. Tatsächlich gibt es kaum einen Friedhof, der nicht von einer Mauer oder wenigstens von einem Zaun umschlossen wird. Das Asylrecht, das im Innenraum einer Kirche bestand, erstreckte sich auch auf den Kirchhof. Umgrenzt wird etwas, das geschont und behütet, etwas, dem Ruhe, Respekt und...
Ein Richtschwert konnte sowohl dem Gerichtsherrn als auch dem Henker gehören. Von einem „Richtschwerdt “, das zwar dem Gerichtsherrn und gleichzeitigen Erblasser gehörte, aber wohl dem Scharfrichter von Meran zur Ausübung seines Amtes diente, erfährt man aus dem Nachlass von 1563 des Philipp von Liechtenstein-Kastelkorn. Es wurde früher nachweislich „ Auf dem Grossen Sal “ des Schlosses Schenna aufbewahrt. Das schon öfters dokumentierte „Meraner Richtschwert“, ein breitschneidiges...
