Der Scharfrichter, dessen Tätigkeit den unehrbaren Berufen zuzuordnen ist, musste mit seiner Familie außerhalb der Stadtmauern wohnen. Auch durfte er nach seinem Ableben nicht auf dem ortsüblichen Friedhof bestattet werden. Diese soziale Isolation führte dazu, dass der Beruf des Henkers bzw. Scharfrichters vielfach vom Vater auf den Sohn übertragen wurde. Somit begann die Lehre in der Henkersfamilie sehr früh. Das Meisterstück wurde durch eine tadellos durchzuführende Enthauptung vorgeführt, oft schon mit 16...

Sowohl literarische als auch historische Quellen europäischer Herkunft sind von der christlichen Kultur beeinflusst, die unter anderem sowohl in Abbildungen als auch in Texten nachzuweisen ist. Setzt man sich damit auseinander, eröffnen sich Möglichkeiten, Rückschlüsse über religiöse und soziale Tendenzen der Auftraggeber zu ziehen, wie beispielsweise folgende, die im Zusammenhang mit Schloss Rubein in Obermais stehen. Gleich dem gesamten deutschsprachigen europäischen Raum, waren im südlichen Tirol und...

Etymologische Wurzeln der Berufsbezeichnung Das Wort Metzger ist auf das mittelhochdeutsche Wort metzjaere zurückzuführen, das wohl vom mittellateinischen macellare , was schlachten bedeutet, abgeleitet ist. Hat man einen Schlachter im Mittelalter noch als Knochenhauer bezeichnet, so werden heute diverse Begriffe dafür verwendet, wie Fleischhacker, Fleischhauer, Fleischmann, Fleischwerker (mlat. carnarius, carnifex, macellarius, lanio, laniarius ) und Schlachter.   Historisches Das Schlachterhandwerk...

In früheren Zeiten wurde viel weniger Fleisch gegessen und in den Ländern der Dritten Welt ist es auch heute noch eine Mangelware. Die Wohlstandsgesellschaft bedient sich aber großzügig an diesem Produkt. Umweltschützer und Ernährungsforscher warnen vor dem überdimensionierten Angebot an Fleisch. Um den Hunger in der Welt zu reduzieren, müssten die Weideflächen für Ackerbau genutzt werden, ganz abgesehen von der Methangas-Belastung, die die Tierhaltung verursacht. Aber natürlich ist Fleisch seit Urzeiten...

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Das Handwerk in der alpinen Welt konnte sprichwörtlich nie den goldenen Boden erreichen, aber es war immer eine notwendige und taugliche Lebensform. Die Menschen versuchen, möglichst viel selbst zu erzeugen und zu verarbeiten. So vollzieht sich ihr Leben durchwegs autark, was bedeutet, dass der arbeitende, wirkende, sein Leben nach besten Kräften gestaltende, immer Neues suchende und landwirtschaftlich geprägte Mensch das, was er zum Leben benötigt, durch Fleiß, Geschicklichkeit und Wissen auf dem Feld, auf dem Acker, im Wald,...

Infolge der Harzgewinnung war mit einem Holzmassenzuwachsverlust zu rechnen. Auch die technische Holzqualität wurde beeinträchtigt. Lärchenholz wird nämlich durch das Anbohren auf „Lörget“ innerlich trocken und hart. Statt als Bauholz 50 bis 100 Jahre zu halten, überdauerte es durch übermäßigen Harzentzug nur wenige Jahre. Wenn Bohrlöcher außerdem nicht verschlossen werden, setzt die Fäulnis des Holzes ein. Hinzu kommt, dass der Harzverlust der Bäume zur geringeren...

Die Pechsammler wurden oft auch „Pechmandlen“ genannt, denen früher die Kinder gerne nachliefen und um das „Kuipech“ (Kauharz) bettelten. Ein Pechler wusste, welche Sorte von der Sonn- oder Schattenseite eines Baumes Magendrücken, faule Zähne oder Halsschmerzen heilte. Sie bereiteten das sogenannte „Saupech“, das Kolophonium, zum Abhaaren der geschlachteten Schweine und lieferten das Pechöl gegen lästige Fliegen. (Wenn aus dem Terpentin das ätherische Öl abgetrieben und der...

Während der hl. Nikolaus in der Stube die Kinder zum Guten ermahnt, poltert der Krampus vor der Tür mit Rute und rasselnder Kette, dass es zum Fürchten ist. Ein solcher Hausbesuch, wie er vor einigen Jahrzehnten noch üblich war, ist heute überholt und abzulehnen, es muss deswegen aber nicht insgesamt die Gestalt des Teufels aus der Vorstellung und dem Gedächtnis verdrängt werden. Die Volksfantasie hat im Laufe der Zeit diese Figur als Sinnbild des Bösen in schillernden Farben ausgemalt und facettenreiche...

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Wir, zwei Halunken aus Untermais, noch im Krieg geboren  und in der Nachkriegszeit hier aufgewachsen, ließen das Verbotene öfter einmal außer Acht, hielten aber zomm wia Pech und Schwefel, machten die Gegend unsicher, sorgten bei den Madlen gern für groaßes Ansehn und genossen eine unvergessliche Jugendzeit. Geld hatten wir keines, aber ollm a mords Hetz. Von der Schule brachten wir nur Fünfer heim, hatten aber ollm die beschte Pause mit. Ende der 50er- und Anfang der 60er-Jahre war die Freiheit politisch sehr...

Wer sich in den vergangenen Jahrhunderten ein neues Kleid anfertigen lassen wollte und über die notwendigen finanziellen Mittel verfügte, ließ sich zunächst vom Schneidermeister maßnehmen und fragte ihn, wie viel seiner Meinung nach hierfür Stoff notwendig wäre. Danach begab sich der Kunde zu den Gewandschneidern, suchte das Tuch aus und kaufte das verlangte Maß. Da das Tuch ungeschoren war, musste er es zum Tuchscherer tragen, ehe er es dem Schneider bringen konnte. Außerdem hatte der Kunde weiteres...