Eine schweinische Geschichte
Im Sommer 2025 von Robert Asam
Es ist Sommer und da begegnet dem Satiriker das Sommerloch. Selbstverständlich könnte er sich auch mit dem amerikanischen Egomanen befassen, der tagtäglich für Unterhaltung sorgt. Wenn er das aber nicht will, bleibt ihm – dem Satiriker – nichts anderes übrig, als die Brösel einzusammeln, die das einheimische Kabarett anzubieten hat.
Da informiert zum Beispiel das Speckkonsortium, dass – Zitat – „die Kombination von Schweinehaltung und touristischen Betrieben in der Nähe sich nicht bewährt hat.” Ich verstehe das so: Schweine und Touristen können sich nicht riechen. Und die Zeche zahlen die armen Schweine. In den letzten 25 Jahren sank die Zahl der Schweine um 85 Prozent auf rund 4000 Tiere, weil – immer laut Information des Speckkonsortiums – die touristische Entwicklung so stark zugenommen hat. Wenn wir also wieder mehr Schweine im Land haben wollen, müssen wir..., nein, das geht auf gar keinen Fall! Ich sehe schon die Schlagzeile der BILD vor mir: „Südtirol will mehr Schweine und weniger Urlauber!” Ich plädiere für ein Miteinander. Auch ein Nebeneinander wäre okay. Mit ein bisschen Abstand.
Übrigens kann der Tourismus – ausnahmsweise einmal – gar nichts dafür. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien nicht gegeben, keine finanziellen Anreize, sagt ein Bauer, der es wissen muss. So eine Schweinerei! Sollen wir riskieren, dass der einheimische Fock ausstirbt und die letzte Hamme Speck in einem New Yorker Auktionshaus für mehrere Millionen Dollar bei Elon Musk landet, der sie dann mit seinen 14 Kindern auffrisst, anstatt sie einem Museum der Nachwelt zu überlassen. So schnell kann es gehen. Soeben noch über das mögliche Ende des Südtiroler Hausschweins nachgedacht, findet sich der Satiriker plötzlich doch auf der kabarettistischen Weltbühne wieder.