St. Martin am Schneeberg
Im Sommer 2025 von Margareth Bernard
- Höhenunterschied:
- Gehzeit: 0:00 Stunden
- Beste Zeit: bis
Anfahrt: Von Moos in Passeier auf der Timmelsjochstraße zum Parkplatz bei den Platterköfeln, ca. 1 km nach dem Gasthaus „Saltnuss“ oder mit dem Bus Nr. 335, der im Sommer über das Timmelsjoch fährt, bis zur entsprechenden Haltestelle.
Wegverlauf: Vom Parkplatz bzw. der Bushaltestelle (1.700 m) folgen wir der Beschilderung „Obere Gostalm“ und der Markierung 29 B und wandern auf einem breiten Güterweg durch die Waldhänge hinauf zu den Almwiesen und zur Oberen Gostalm (1.990 m, Einkehrmöglichkeit; ab Parkplatz 45 Minuten). Etwas oberhalb der Alm mündet unser Wanderweg in den Weg Nr. 29, auf dem wir nahezu eben taleinwärts wandern. Bald sind wir mitten im Gebiet des ehemaligen Bergwerks, wie man an den Ablagerungen des Erzabbaus und an den Bauten aus der Bergwerkszeit, einem Kraftwerk und dem Wassertonnenaufzug auf Schienen, erkennen kann. Hier können wir zwischen dem breiten Hauptweg Nr. 29 oder einer steilen Abkürzung (Nr. 31 A oder Knappensteig Nr. 31) wählen und erreichen das Schutzhaus Schneeberg (2.355 m, wegen Pächterwechsel vorübergehend geschlossen, Auskunft: www.schneeberg.org; ab Obere Gostalm 75 Minuten).
Rückweg: wie Hinweg (ca. 1½ Stunden)
Orientierung und Schwierigkeit: Alle Wege sind gut beschildert und markiert. Es ist eine leichte Bergwanderung.
Besonderheiten: In den Bergen des hinteren Passeiertals liegt auf 2.355 m Meereshöhe das ehemalige Bergwerk am Schneeberg. St. Martin am Schneeberg war als Knappendorf die höchste Dauersiedlung Europas und das höchstgelegene Bergwerk Europas. Zur Blütezeit um 1480 sollen an die 1.000 Arbeiter dort beschäftigt gewesen sein. Mit der längsten Übertage-Förderanlage (27 km) der Welt war es das bedeutendste Blei- und Zinkbergwerk Tirols. Hier befinden sich 150 km Stollen und Schächte, die teilweise begehbar sind. 1967 wurde der Bergbau auf Passeirer Seite eingestellt. Seit 1996 gibt es das Erlebnisbergwerk Schneeberg, im Wesentlichen ein großes Freilichtmuseum, das auch Führungen anbietet.
Vom ehemaligen St. Martin mit einem Dutzend Häusern, Schule, Spital, Metzgerei, Schmiede usw. besteht heute noch das große, zweigliedrige Schutzhaus, das Kirchlein Maria Schnee und weitere Gebäude des ehemaligen Bergwerks, die zumindest eine Ahnung vom einstigen Leben hier oben vermitteln. Im Schauraum des Museums wird die 800-jährige Geschichte des Bergbaus erzählt. Erlebnispfade führen zu den Schauplätzen in der Umgebung. Deshalb sollte man sich für die Wanderung und die Besichtigung des Ganzen genügend Zeit nehmen.
Umrahmt wird das ehemalige Knappendorf von einer wunderbaren Bergkulisse mit der Gürtelwand, dem Schneeberger Weißen und dem Moarer Weißen im Norden und Osten sowie den Gletschern am Hohen First und am Granatenkogel im Westen.