Merano Criminale. Fatale?
Im Sommer 2025 von Robert Asam
Der Bozen-Krimi. In schöner Abwechslung mit anderen Weltstädten wie Zürich, Barcelona oder Amsterdam hat es unsere Landeshauptstadt auch zu Fernseh-Ehren in der ARD gebracht. Bozen-Krimi, das macht schon neugierig. Meine anfängliche Begeisterung war allerdings schnell verflogen, nachdem ich mitansehen musste, wie ein mafiöser Südtiroler deutscher Muttersprache Bozner Bürgermeister werden wollte und auf dem Weg dorthin von Frau Commissario Sonja Schwarz gestoppt werden musste. Geht es Ihnen wie mir? Ein deutschsprachiger Südtiroler Bürgermeister in Bozen? Also maximal Vize, mehr ist nicht drin. Aber das hätte unsere IDM-Filmkommission der Produktionsfirma halt sagen müssen. Und auch noch mafiös! Also wirklich! Endlich einer von uns, der Bürgermeister in Bozen werden will und könnte, und dann mafiös! So viel Blödsinn auf einmal war mir irgendwie zu viel.
Mittlerweile fallen fast in jedem Dorf zwischen dem Nordkap und Sizilien den Ermittlern Leichen vor die Füße. Da kann Meran natürlich nicht abseits stehen. Zwei neue Krimis habe ich neulich entdeckt: „Merano criminale“ und „Merano fatale“. Auf dem Tappeinerweg wird ein Kurgast ermordet. Nun, wir hatten so etwas Ähnliches schon einmal in unserer Stadt. Das ist 30 Jahre her und war leider Realität. Ich hoffe, die Kurpräsidentin liest diese Glosse nicht, sonst rennt sie in alle Buchhandlungen und kauft die Auflage auf. „Merano criminale“! So eine Werbung hat uns gerade noch gefehlt, ausgerechnet jetzt, wo die Italiener sowieso stinksauer sind mit unserer schönen Stadt. Ja, ja, Tausende von italienischen Touristen haben die Kurstadt boykottiert, und alles nur, weil der Modegeschmack der neuen Bürgermeisterin konträr zu den Farben Grün, Weiß und Rot steht.
Pfingsten ein Flop. Viel hat nicht gefehlt, und der Meraner HGV-Boss hätte ins „Tagesschau“-Mikrofon geweint. Andererseits hätten die ganzen Touristen, die nicht gekommen sind, sowieso keinen Platz gehabt, weil jeder freie Quadratmeter Boden von Straßenkünstlern besetzt war.