Krieg und Frieden
Im Sommer 2025 von Georg Schedereit
Immanuel Kant, der größte deutsche Philosoph, veröffentlichte 1795 eine Schrift, die sofort vergriffen war, so populär war sie. Und heute erscheint sie so aktuell wie keine andere. Ihr Titel war ironisch gemeint:
„Zum ewigen Frieden“ – darunter das Bild eines Kirchhofs. Dieses satirische Wirtshausschild aus Holland zitiert Immanuel Kant gleich im ersten Satz seiner gleichnamigen Schrift.
„Zum ewigen Frieden“ kommt es demnach erst dann, wenn alle Menschen tot sind. Schwarzer Humor ist dem großen Königsberger also nicht fremd.
Kant macht sich und uns keine Illusionen. „Der Friedenszustand unter Menschen, die nebeneinander leben, ist kein Naturzustand“, schreibt er wörtlich, der Naturzustand ist „vielmehr ein Zustand des Krieges ... wenn gleich nicht immer ein Ausbruch der Feindseligkeiten, so doch immerwährende Bedrohung …“
Friede muss also gestiftet werden. Aber wie? Da ist Kant seiner Zeit unglaublich weit voraus. Voraussetzung für Frieden ist die Freiheit und die Gleichheit und die Abhängigkeit aller Staatsbürger vom Gesetz. Wobei Gesetzgebung, Rechtsprechung und Regierung nicht in einer Hand sein dürfen; sonst ist das keine Republik mehr, sondern eine Despotie.
Ein Despot, ein Gewaltherrscher, erhebt sich über alle Gesetze und löst sogar Kriege aus, wo ihm als Kanonenfutter (Zitat) „… viele Tausende zu Gebote stehen, sich für eine Sache, die sie nichts angeht, aufopfern zu lassen.“ Eines von vielen Kant-Zitaten zum Thema Krieg und Frieden, die leider seit 1795 hochaktuell geblieben sind. Auch bei den folgenden, da müssten jetzt jemandem in Moskau gehörig die Ohren singen: