Erasmus von Rotterdam
Im Winter 2026 von Georg Schedereit
Erasmus von Rotterdam, geboren 1469 (als unehelicher Sohn eines Pfarrers und seiner Häuserin), hat sich nie Humanist genannt, ist aber wohl der größte. Sein Leben war den „humaniora“ geweiht, also den „studia humanitatis“, dem Studium des Menschseins, im Gefolge der „studia divinitatis“, des Göttlichen.
Erasmus (zunächst Augustiner-Chorherr, blieb zeitlebens papsttreu, ganz anders als sein Zeit- und Ordensgenosse Martin Luther; aber er) war doch auch so kirchenkritisch, dass seine Schriften von 1559 bis 1963 (!) auf dem Index der Bücher standen, die von Katholiken nie hätten gelesen werden dürfen.
Und wie sie gelesen wurden, schon zu Erasmus’ Lebzeiten, seine unglaublich inhalts- und zahlreichen Schriften! Insgesamt mindestens 444! Dazu mindestens 3.000 Briefe, im Austausch mit Päpsten, Herrschern, Wissenschaftlern.
Er konnte über alles schreiben wie kein zweiter Universalgelehrter: elegant, anschaulich, ironisch; z.B. in seinem berühmten „Lob der Torheit“.
Erasmus übersetzte aber auch das Neue Testament. Seine Auslegung und die der Psalmen füllen allein gut zwei Dutzend Bände.
Erasmus brillierte vom Griechischen ins Lateinische, hin und retour. Sein Bestseller war seine Sammlung und Interpretation von insgesamt 4.251 antiken Weisheiten, gedruckt im Jahre 1500.