Editorial 22/2025
Im Herbst 2025 von Eva Pföstl
Viele haben Südtirol den Rücken gekehrt, um anderswo Karriere zu machen – oft mit großem Erfolg, meist im Ausland. Die wenigsten kehren zurück. Ulrike Kindl ist eine der seltenen Ausnahmen: Nach 40 Jahren als Hochschullehrerin in Venedig zog es die emeritierte Sprachwissenschaftlerin zurück in ihre Heimatstadt Meran, wo sie heute die Präsidentschaft des Frauenmuseums innehat und weiterhin an Forschungsprojekten arbeitet. Kindl gilt als renommierte Expertin für volkskundliche Erzählforschung, Märchen- und Sagenkunde des Alpenraums sowie für die Verbindungen zwischen Volks- und Kunstmärchen. Im Gespräch mit Veronika Rieder erklärt sie, warum Südtirol über Mythen und Welterzählungen verfügt, die qualitativ an die Odyssee heranreichen. Mehr dazu in unserer Titelgeschichte.
Ebenfalls zu Wort kommt Thomas Rösch, Präsident des Altstadtvereins Meran Lauben. Seine Mission lässt sich in drei Worten zusammenfassen: „Beleben, Verbinden, Gestalten“ – wie er diese umsetzen will, verrät er im Interview.
Außerdem porträtieren wir Lisa Covi und ihren Weg aus der Krise: Wut und Aggressivität, Angst, innere Leere, Einsamkeit, Schlaflosigkeit – fast 20 Jahre kämpfte die Meranerin mit diesen Höhen und Tiefen. Heute gibt sie ihre Kraft weiter: Im September 2023 gründete sie die Selbsthilfegruppe „Pinguin sein“, um anderen Halt zu bieten.