Die Eisenbahn nimmt neuerdings Fahrt auf
Im Herbst 2025 von Dr. Luis Fuchs
Reisende sollen künftig in sechs statt neuneinhalb Stunden mit der Bahn von München nach Rom fahren können. Die EU-Kommission hat kürzlich in Brüssel einen Aktionsplan erstellt, wonach die Reisezeiten zwischen europäischen Großstädten per Bahn bis zum Jahr 2040 drastisch verkürzt werden sollen. Der Plan sieht vor, EU-Metropolen mit Hochgeschwindigkeitszügen zu verbinden, die 200 km/h und mehr erreichen würden. Das Ziel sei, den Zug zu einer attraktiven Alternative zu Kurzstreckenflügen zu machen. Die Kosten für die Fertigstellung bis 2040 werden auf rund 345 Milliarden Euro geschätzt.
Im Jahr 2031 werden in Gröden die alpinen Skiweltmeisterschaften ausgetragen. Seit mehr als zehn Jahren liegt ein Projekt von Ing. Helmuth Moroder vor, das eine Eisenbahnverbindung von Bozen über Völs, Seis und Kastelruth bis Gröden vorsieht. Nun engagiert sich Klauspeter Dissinger von der Vereinigung „Oldies for Future“ für eine rasche Umsetzung des Projektes. Einheimische, Pendler und Gäste könnten dann in nur 45 Minuten die Landeshauptstadt erreichen. Das würde weniger Verkehr auf Straßen, bessere Erreichbarkeit, weniger Lärm und Abgase, also mehr Lebensqualität für die Bevölkerung, bedeuten; die Vorteile seien offensichtlich, ist Dissinger überzeugt. In der Vereinigung „Oldies for Future“ wollen sich aufgeschlossene ältere Personen mit jungen Menschen solidarisieren und sie in ihren Forderungen nach einer lebenswerten Zukunft unterstützen.
In Italien feiern heuer die „Ferrovie dello Stato“ (FS) das runde 120-jährige Jubiläum. Mit Gesetz übernahm der italienische Staat 1905 die drei größten Eisenbahngesellschaften des Landes, die sich nicht in privatem Besitz befanden. Gemeinsam mit anderen europäischen Staatsbahnen führten die FS 1957 den Trans-Europa-Express (TEE) ein. Trenitalia, eine Tochtergesellschaft der FS, entstand im Jahr 2000 als Aktiengesellschaft. Sie betreibt im inneritalienischen Fernverkehr Zuggattungen unter der gemeinsamen Marke „Le Freccie“. Davon gibt es drei verschiedene Kategorien: Frecciarossa, Frecciargento und Frecciabianca. Auf den Hochgeschwindigkeitslinien wie der Direttissima Firenze – Roma verkehren die Frecciarossa-Triebzüge mit bis zu 300 km/h. Die in Bozen startende Frecciarossa fährt im Zielbahnhof Rom bereits nach fünf Stunden ein.
Seit kurzem werden in Italien Bahnfahrten im Stil der 1960er- und 1970er-Jahre angeboten. Mit dem „La Dolce Vita Express“ werden die Gäste durch idyllische Landschaften Italiens gefahren. Die Deluxe-Kabinen und Suiten sind mit Samt, Marmor und edlen Hölzern glamourös ausgestattet, sodass der Mindestpreis von 3.500 Euro für eine der Fahrten dem gebotenen Luxus durchaus entsprechen dürfte. Acht verschiedene Reiserouten stehen zur Wahl, einige davon richten sich gezielt an Weinliebhaber. Demgemäß führte die erste Fahrt die Gäste von Rom nach Montalcino, wo sie die Weingüter und Rebhänge erkunden konnten.