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  2. Interview  
  3. Die ersten 100 Tage als Bürgermeisterin
Lesezeit: 4 min

Die ersten 100 Tage als Bürgermeisterin

Im Sommer 2025 von Eva Pföstl

Bürgermeisterin Katharina Zeller
Bürgermeisterin Katharina Zeller

Mitte Mai wurde die SVP-Kandidatin zur Nachfolgerin von Dario Dal Medico gewählt. Seither ist viel passiert, nicht alles war so, wie es sich die 38-Jährige vorgestellt hat. Wie die ersten 100 Tage im Amt für sie waren, erzählt sie im Interview.

MS: Frau Zeller, wie geht es Ihnen in der neuen Rolle, besonders nach dem unsäglichen Medienrummel?
Katharina Zeller:
Es geht mir gut – auch wenn ich immer noch täglich Hassbotschaften erhalte. Ich habe mittlerweile Übung darin, das nicht persönlich zu nehmen. Natürlich schmerzt es irgendwo trotzdem, zu sehen, wie viel Hass uns als sprachlicher Minderheit entgegenschlägt und wie viel Unwissenheit dabei zum Vorschein kommt. Gerade das bestärkt mich aber darin, Brücken zu bauen und auf Aufklärung sowie Miteinander zu setzen.
Gleichzeitig ist die neue Rolle sehr spannend und bringt natürlich viel Arbeit mit sich. Es gibt viele Baustellen, die angepackt werden müssen. Unsere Stadt hat aber enormes Potenzial – und genau dieses gilt es jetzt gemeinsam auszuschöpfen.

MS: Wie lautet Ihr erstes Fazit: Waren es erfolgreiche erste 100 Tage?
K. Zeller:
Ja, ich ziehe ein positives Fazit: Wir sind ein gutes Team, alle Mitglieder im Gemeindeausschuss haben sich schnell eingearbeitet und die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.

MS: Mit der Ernennung Zaccarias zum Vizebürgermeister erhält die rechte Bürgerliste deutliches Gewicht in der neuen Stadtregierung. Wie verträgt sich das mit ihrer eher links-liberalen Einstellung?
K. Zeller:
Auch wenn unsere politischen Ausgangspunkte nicht dieselben sind, hat sich Zaccaria bislang als sehr liberal und dialogbereit erwiesen. Bisher gab es kaum Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit. Mit ihm kann man vernünftig über alle Themen reden und konstruktive, pragmatische Lösungen finden.

MS: Erste Kritik hagelte es von der Bürgermeisterin von Hafling bezüglich der Umsetzung des nachhaltigen Mobilitätsplans von Meran. Wie stehen Sie dazu?
K. Zeller:
Ich verstehe die Position der Gemeinde Hafling und schätze Bürgermeisterin Sonja Plank sehr. Gleichzeitig muss ich als Bürgermeisterin von Meran die Interessen unserer Stadt vertreten. Wenn wir an die zukünftige Entwicklung Merans mit einer gewissen Lebensqualität denken, ist es langfristig kaum vertretbar, dass täglich über 1.000 Busse unser Stadtzentrum queren.
Wir werden alles tun, um den Busverkehr attraktiv zu gestalten – aber ein Durchfahren jedes Überlandbusses durch das Zentrum kann keine dauerhafte Lösung sein. Natürlich gilt das auch für den privaten Autoverkehr: Unser Mobilitätskonzept sieht deshalb eine verkehrsberuhigte Zone im Rennweg vor.

MS: Aus dem Vorschusskontingent des Landes werden keine Gästebetten an nicht-gewerbliche Zimmervermietungen vergeben. Andererseits vergibt die Gemeinde jedoch aus einem gesonderten Kontingent 39 Betten an nicht gewerbliche Betriebe. Warum verzichtet die Gemeinde nicht auf diese Betten, da diese ja an die Gemeinde zurückgegeben wurden? Wäre dies möglich?
K. Zeller:
Das Ziel der Gemeinde ist es, keine weiteren Betten an Privatzimmervermieter zu vergeben, die Wohnraum für touristische Zwecke nutzen möchten. Das Landesgesetz sieht jedoch vor, dass jene Betten, die aufgelassen werden, wieder in das Gemeindekontingent zurückgehen – daran können wir nichts ändern. Der Gemeindeausschuss entscheidet aber von Jahr zu Jahr, ob und – wenn ja – wie viele Betten vergeben werden dürfen. Besonders wichtig empfinde ich es, endlich ein Tourismusentwicklungskonzept zu erarbeiten, wie es im Gesetz für Raum und Landschaft vorgeschrieben ist, nur so können wir eine achtsame und ausgewogene Entwicklung garantieren.

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