Tradition als Erfolgsrezept: Eisenwarenhandlung Brugnara Meran
Im Sommer 2025 von Eva Pföstl
Brugnara ist mehr als nur ein Firmenname – er steht für Tradition, Werte, Qualität und persönlichen Service. Was heute altmodisch klingen mag, ist für Beatrix Brugnara wichtiger denn je. „Sonst würde es uns schon lange nicht mehr geben”, sagt die Unternehmerin.
Die studierte Wirtschaftsprüferin sitzt heute nicht in einer Steuerberatungskanzlei, sondern führt die alteingesessene Eisenwarenhandlung, die zu Untermais gehört wie die Pfarrkirche oder das Widum. Ihr Werdegang mag auf den ersten Blick verwundern, entspricht jedoch der Familientradition: In den 50er-Jahren gründeten Großvater Mario und Vater Rudi den Betrieb mit einem kleinen Laden in der Romstraße. 53 Jahre lang prägte der Vater das Unternehmen, seit seinem Tod vor 16 Jahren führt die Tochter es mit betriebswirtschaftlichem Sachverstand – als „Herrin über rund 100.000 Artikel”.
Das Unmögliche möglich machen
„Betriebswirtschaftlich dürfte es uns gar nicht geben – und trotzdem existieren wir seit 70 Jahren”, schmunzelt Brugnara. Das heutige Sortiment erstreckt sich über mehrere Etagen: Eisenwaren, Elektroartikel, Werkzeuge, Gartenbedarf, Haushaltsgeräte. Eine scheinbar endlose Produktpalette – allein die Inventarisierung der Eisenwaren dauerte zwölf Jahre.
Der Erfolg liegt im Detail: Während Baumärkte auf Masse setzen, punktet Brugnara mit Expertise. „Unsere 13 Mitarbeiter sind Problemlöser, keine Verkäufer”, erklärt die Chefin. Einige arbeiten seit über 25 Jahren im Betrieb, kennen jeden Winkel des mehrstöckigen Labyrinths. Sie wissen, welche Schraube für welchen Zweck taugt, und beschaffen auf Anfrage auch Spezialteile.“
Der Tagesrhythmus spiegelt die Vielseitigkeit wider: Morgens dominieren Handwerker, die Material für Baustellen benötigen und auf fachkundige Beratung setzen. Nachmittags kommen hauptsächlich Laufkunden – sie suchen Küchengeräte, Safes oder auch mal eine Kuhglocke.
„Früher belieferten wir als Großhändler den gesamten Vinschgau und das Burggrafenamt. Heute machen das unsere Zulieferer direkt”, erklärt Brugnara.