Hundstage
Im Sommer 2025 von Robert Asam
Hundstage. Diesen Begriff habe ich oft gehört, aber nie über dessen Bedeutung nachgedacht. Zum Glück gibt es das Internet. KI und Wikipedia, um nur zwei Quellen zu nennen, nehmen uns das Nachdenken ab.
Jetzt bin ich also schlauer: Die Hundstage sind die heißen Tage zwischen dem 23. Juli und dem 23. August. So haben das die alten Ägypter festgelegt, allerdings zu einer Zeit, in der auf das Wetter noch Verlass war. Okay, aber wo bleibt der Hund, werden Sie fragen. Da kommt der Stern Sirius ins Spiel. Sirius ist der Hauptstern im Sternbild "Großer Hund". Aha! Toll, was die alten Ägypter so alles wussten, ganz ohne KI und Wikipedia. Ich wette, sie haben ihre Pyramiden gebaut, ohne ein einziges Mal zu googeln. Die Zivilisation hat also nicht erst angefangen, seit wir die Häufchen unserer Vierbeiner entsorgen, die wir im Winter mit Mäntelchen durch die Gegend führen, damit sie nicht zu kalt haben, und im Sommer während der Zeit der Hundstage mit einem Hunde-Eis verwöhnen. Apropos Eis: Mir ist schon bewusst, dass ich mich gerade auf sehr dünnem Eis bewege. Aha, denken die lesenden Herrchen und Frauchen, wieder so ein grässlicher Mensch, der keine Hunde mag. Doch, mag ich. Aber die fortschreitende Vermenschlichung der Vierbeiner, die nicht mehr Bello und Rocky heißen, sondern auch Emma und Oskar, mag ich nicht so gern. Tut mir leid, liebe Leserin, lieber Leser, falls Sie so heißen, aber Ihre Namen stehen in der Liste der beliebtesten Hundenamen. Bruno hat es sogar unter die ersten 10 geschafft.
Es freut mich aber, dass hitzeempfindliche Hunde jetzt an den Hundstagen so richtig verwöhnt werden. Es hat sich herumgesprochen, äh, herumgebellt im Hundevolk, dass es da hoch oben auf dem Berg diese Alm gibt, wo man ihnen auf einem Deckchen ein schattiges Plätzchen reserviert und ein Hundemenü serviert. Zwei Hunde-Eiskugeln zum Schlecken und einen Keks zum Knabbern. Warum der Keks im Schüsselchen eine Hundeform hat, weiß ich nicht. Vielleicht frisst der Hund gern seinesgleichen. Wie gesagt, tolle Idee. Da haben wir den alten Ägyptern einiges voraus. Die hatten auch Hunde, die aber nicht auf die Alm getrieben wurden, wenn es heiß war, weil im alten Ägypten schlicht und einfach keine Berge vorhanden waren. Und wo keine Berge, da keine Alm. Der Pharao hat seinen Hund neben vielen anderen Dingen übrigens mit ins Grab genommen. Darüber möchte ich jetzt nicht weiter nachdenken.