KI: Der Klick ersetzt nicht den Kopf
Im Winter 2026 von Georg Schedereit
Kann man auf einem toten Pferd weiterreiten? Das humanistische Bildungsideal, ist es zu Tode geritten worden? Es gab einmal fünf klassische Gymnasien im Lande, wo auch Altgriechisch unterrichtet wurde. Jetzt sind es nur mehr zwei, nachdem das Marienberger Gymnasium in Meran diesen seinen Geist aufgeben musste.
Das humanistische war immer ein besonderes Bildungsangebot, anspruchsvoll, für Jugendliche, die sprachbegabt sind, und neugierig auf weiterführende Studien und Berufungen.
Aber unsere immer schneller getaktete Welt mit all der digitalen Reizüberflutung erschwert den Überblick und die Konzentration auf naheliegendes Wesentliches.
Durchblick wird unmöglich. Dabei ist alles Wissen plötzlich überall mit einem Klick zu haben. Es wächst immer schneller – und ist gleich wieder überholt. Da sind auch Schulen überholt, die den Jugendlichen nur Auswendiglernen eintrichtern.
Um an Wissen heranzukommen, braucht man keine Schule mehr. Im Netz findet man nicht nur Unwahres und Unschönes, sondern auch erstklassige Lernvideos. Die rasante Verbreitung der K.I., der sogenannten künstlichen Intelligenz, verändert unsere Lebens- und Arbeitsweise radikal. Jetzt muss ich nicht nur täglich dazulernen, sondern auch um-lernen. Können kommt vom Selber-Machen. „Kann ich“, so buchstabiert der Direktor des Vinzentinums, Christoph Stragenegg, die KI.