Ach, der berühmte Bettenstopp!
Im Sommer 2025 von Der Stieglitz
9.000 Gästebetten in Meran sind offenbar noch nicht genug – 296 „Vorschussbetten” sollen in den nächsten Jahren vergeben werden. Dazu kommen weitere gewerbliche Betten, die praktischerweise gar nicht vom „Stopp” betroffen sind: Urlaub auf dem Bauernhof, zusätzliche gewerbliche Betten bei Altstadtsanierungen, bereits ausgewiesene Tourismuszonen. Von Stopp also keine Rede.
Während die Bevölkerung zunehmend unzufriedener wird, plant Meran bereits fleißig für die Zukunft. Schließlich wäre es fahrlässig, erst ein Tourismusentwicklungskonzept zu haben und dann über zusätzliche Betten zu entscheiden. Viel geschickter ist es doch, erst Fakten zu schaffen und später ein Konzept zu entwickeln, das die Realität nachträglich rechtfertigt.
Ein Konzept nach dem Ausbau zu entwickeln – das ist etwa so, als würde man das Fundament nach dem Hausbau gießen. Aber mit etwas Kreativität lässt sich bestimmt ein Plan basteln, der erklärt, warum noch mehr Touristen genau das sind, was Meran gefehlt hat.
Schließlich ist Meran ja nicht irgendeine Stadt – es ist eine Stadt mit Vision. Einer Vision von noch mehr Gästebetten und einer Bevölkerung, die hoffentlich irgendwann verstehen wird, dass ihr Unmut nur ein Zeichen dafür ist, dass sie den großartigen Plan noch nicht vollständig erfasst hat.