ost west club est ovest
Treffpunkt Kultur für alle
Im Sommer 2025 von Eva Pföstl
Es ist bemerkenswert, wie nachhaltig ein kleines Clublokal in der Passeirer Gasse – kaum größer als eine 4-Zimmer-Wohnung – das Kulturleben einer ganzen Stadt über Jahrzehnte prägen konnte. Seit 1995 entwickelte sich der Club zum Treffpunkt für Tausende von Menschen, die hier zusammenkamen, um sich zu begegnen, zu feiern und Kultur in all ihren Facetten aufzuzeigen und zu erleben. Dabei entstanden neue, dauerhafte Freundschaften.
Der Club ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsort: Er wurde zu einem lebendigen Begegnungsraum, einem kulturellen Schmelztiegel, in dem Jung und Alt, Einheimische wie Weltenbummler, Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft und kultureller Prägung ihren Platz fanden.
Als Quelle kreativer Impulse entfaltete der Club seine Wirkung in einer Stadt, deren konservative Stadtverwaltung damals wenig Interesse für ein offenes, parteiunabhängiges und sprachgruppenübergreifendes Jugend- und Kulturzentrum zeigte. Hier entstanden kreative Impulse, wurden Ideen geboren und in konkrete Projekte umgesetzt, die das Kulturleben der Stadt bereicherten und veränderten. Freilich blieb der Club nicht von Konflikten verschont. Die beengte Lage im urbanen Umfeld führte zu Spannungen mit der Nachbarschaft. Auch wirtschaftliche Herausforderungen prägten den Alltag: Schulden, Verwarnungen und Strafen wegen nächtlicher Ruhestörungen gehörten zu den ständigen Begleitern von Betreibern, Künstlern und Mitgliedern.
Dennoch entwickelte sich der Club dynamisch und erfolgreich weiter. Er blieb ein offener Raum für unterschiedliche Stimmen, Lebensentwürfe und Kulturen – auch wenn dies gelegentlich zu Spannungen führte. Mit der Zeit wuchs er zum größten Kulturverein der Stadt, ja sogar des ganzen Landes heran.
2014 markierte einen Wendepunkt: Der Club erhielt erstmals substantielle öffentliche Förderungen, feste Strukturen entstanden und hauptamtliche Mitarbeiter wurden eingestellt. Der chronische Platzmangel jedoch blieb bestehen – ein größerer Standort war dringend erforderlich.