Trotz Nachrichtenflut das Gute im Auge behalten
Im Sommer 2025 von Dr. Luis Fuchs
Wir werden heutzutage ständig mit Nachrichten bombardiert. Fernsehen, Internet, Smartphone halten uns mit Schlagzeilen ständig auf dem Laufenden. Oft sind diese Nachrichten auch negativ, beunruhigend oder gar schockierend. Aus diesem Grund gibt es einen Tag, an dem wir eine Pause von allen Nachrichten einlegen sollen: den „Keine-Nachrichten-Tag“. Dieser Tag – ursprünglich als „no news is good news day“ bezeichnet – wird vor allem in den USA am 11. September begangen. Dies soll wahrscheinlich auch ein Zeichen des Respekts für die Opfer der Terroranschläge von 2001 sein.
Gibt es Gründe, warum wir ab und zu Nachrichten meiden sollen? Studien haben ergeben, dass negative Nachrichten Angstzustände oder Depressionen auslösen können. Wenn wir immer nur erfahren, was in der Welt schiefläuft, können wir uns hilflos fühlen. Der Eindruck, nichts ändern zu können, kann uns davon abhalten, uns für eine gute Sache einzusetzen. Mehr als acht von zehn Bundesbürgern sind aktuell davon überzeugt, in den Nachrichten vorwiegend negative Schlagzeilen zu sehen, zu hören oder zu lesen.
„Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“, lautet ein bekannter Satz aus der Medienbranche. Dieser Annahme entsprechend verkaufen sich negative Schlagzeilen und Nachrichten besser als gute; sie erreichen meist schneller die Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Trump, Putin, Gaza dominieren die Medien. Dauerhaft die Augen vor dem, was in der Welt passiert, zu verschließen, sei eine schlechte Idee, ist der Spiegelredakteur Birte Bredow überzeugt. „Die Welt wird nicht besser, nur weil man gerade mal nicht hinschaut“, meint der Redakteur. Dennoch, ein Wochenende lang das Handy wegzulegen, ohne zwischendurch von Kriegs-Pushnachrichten gestört zu werden, sei eine gute Idee. Es helfe, den Kopf freizubekommen und sich auf das Schöne – etwa die Landschaft beim Wandern – zu konzentrieren.
„Kommen Sie zu uns – wir haben nichts!“ Mit diesem Slogan warb einst das Villgratental in Osttirol um Gäste. Mit der wenig ansprechenden, eher abschreckenden Schlagzeile weckten die Villgrater die Neugier und das Interesse für ihr Tal. Einwohner, die „nichts haben“, dürften wohl in einem gottverlassenen, auf Entwicklungshilfe angewiesenen Bergdorf hausen, war anzunehmen. Deutsche Medien rissen sich um Villgraten, entdeckten dort zwei österreichische Bergsteigerdörfer, deren Bewohner sich dem naturnahen und nachhaltigen Tourismus verschrieben haben. Große Hotelkomplexe sucht man dort vergebens, keine Unterkunft verfügt über mehr als 50 Betten. Charakteristisch sind viele kleine Almdörfer, die einst für die Tierhaltung im Sommer entstanden sind. „Hier steht nichts in der Gegend, was dort nicht hingehört“, schrieb die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“.