Arenen einst und jetzt
Im Sommer 2026 von Dr. Luis Fuchs
Der Sommer-Skibetrieb am Stilfser Joch ist heuer Mitte August bis auf Weiteres eingestellt worden. Zeitgleich haben sich 18 Ski- und Wandergebiete zum neuen Liftverbund „Südtiroler Skiarena“ zusammengeschlossen. Die Gebiete liegen über ganz Südtirol verstreut; sie reichen vom Reschen bis hin zum Klausberg und Speikboden im Ahrntal. Dem neuen Liftverbund haben sich auch die angrenzenden Gebiete Minschuns in der Schweiz und Nauders in Nordtirol angeschlossen. Die neue Skiarena hebt sich vom Konkurrenzbetrieb „Dolomiti Superski“ insofern ab, indem sie mit einer Ganzjahreskarte die Liftfahrten auch den Sommer über anbieten und zudem preislich derzeit ein gutes Drittel unter der Saisonkarte von Superski liegen. Die bereits bestehenden Arenen, u.a. Ortler Skiarena und Alpin Arena Schnals, haben sich so zu einem grenzüberschreitenden Groß-Projekt mit günstigen Ganzjahreskarten auch für Familien gemausert.
Der Begriff „Arena“ bedeutete ursprünglich „sandbedeckter Kampfplatz im altrömischen Amphitheater“. Der Geschichtsschreibung entnehmen wir, dass die römische Bevölkerung zusehends ihre politische Freiheit und ihr Mitspracherecht an die Kaiser abgab und im Gegenzug nur mehr „panem et circenses“ verlangte: also kostenloses Getreide (Brot) und Arenaspiele (Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe).
Die imposanteste römische Arena ist das Kolosseum, das bis zu 55.000 Zuschauer aufnehmen konnte. Etwa 40 Jahre vor dem Bau des Kolosseums war um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. die Arena von Verona errichtet worden. Sie fasste über 30.000 Zuschauer und wurde für Gladiatorenkämpfe und andere Wettkämpfe genutzt. Sie ist immer noch das drittgrößte der erhaltenen antiken Amphitheater. Der rote Marmor aus dem Valpolicella-Gebiet ist ein äußerst dichtes und starres Material. Laut Experten reflektiert dieser Marmor nahezu 100 % der mittleren und hohen Frequenzen, also genau die Frequenzen, welche die menschliche Stimme verständlich machen. Die Klangklarheit der Arena ist außergewöhnlich, dass selbst ein Husten oder das Rascheln eines Notenblattes bis in die obersten Ränge, etwa 80 Meter von der Bühne entfernt, wahrgenommen werden kann. Auf der Bühne der Arena sind die
bedeutendsten Künstlerinnen und Solisten aufgetreten; dazu zählen Maria Callas,
Luciano Pavarotti, Placido Domingo und Renata Tebaldi. Das Repertoire 2026 der Arena umfasst die Opern Nabucco, Turandot, La Traviata und Aida. Anlässlich der XXV Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina fand am 22. Februar die Schlussfeier genau in der Arena von Verona statt.





