Gegen das Auto als „Heilige Kuh“
Im Sommer 2026 von Georg Schedereit
Ich schreibe das an einem Ort, wo nur Kuhglocken zu hören sind und fast keine Autogeräusche. Wo mir vorkommt, dass nur eine „Heilige Kuh“ geschlachtet gehört: die weitverbreitete Anbetung von Autos, vor allem der nach Benzin und Diesel stinkenden Autos.
Ich bin „andersgläubig“, wie Sie wohl gemerkt haben, bin begeisterer Radfahrer, überzeugter Fußgänger und nutze jederzeit lieber „Öffis“ als „Töffis“.
Am Anfang saß ich ganz gern am Steuer. Aber im Alter möchte ich es mir rechtzeitig abgewöhnen. Meinen Führerschein habe ich in London gemacht, als ich dort ein paar Jahre arbeitete. Gebraucht habe ich ihn dort nie. Und auch kein Auto. Mit dem eigenen Auto fahren finde ich in Metropolen wie London, Paris oder Wien noch uninteressanter als in unserem Meran. Es ist in den Weltstädten ja auch wenn nicht verboten, so doch „verboten“ verteuert und verkompliziert worden. Gut so, weiter so, meinen immer mehr Menschen.
Jahrzehnte nach den Warnungen weitblickender Menschen vor dem grassierenden Wachstumswahn und dem Glauben an die alleinseligmachende Wirkung fossilenergie-betriebener Autos scheint beides bei der Mehrheit der Bevölkerung Europas ins Wanken zu kommen.
Warum? Weil wir in Europa immer weniger werden, aber die Herausforderungen immer mehr - und immer gewaltiger. Und wir werden immer abhängiger von anderen. Besonders unsere Abhängigkeit von fremdem Erdöl und Gas kommt uns viel zu teuer zu stehen. In vielfacher Hinsicht.





