Hexenhäuschen im landwirtschaftlichen Grün
Im Frühling 2025 von Der Stieglitz
Wissen Sie wie viele „Hexenhäuschen“ irgendwo auf der grünen Wiese stehen? Wie viel ungenutzte Sägen, verfallene Scheunen oder Ställe es alleine im Burggrafenamt gibt? Allein auf den Werbeannoncen für einen Traumurlaub in unberührter Natur in Südtirol sind hunderte zu sehen …
Und nun stelle man sich vor, dass all diese Gebäude künftig zu Wohnbauten mit bis zu 2.000 Kubikmetern umgebaut werden dürften. Da wird aus einem Stadel im Handumdrehen ein potenzielles Spekulationsobjekt und jedes Hexenhäuschen kann durch Erweiterung und Vergrößerung zu einem Maxihäuschen werden. Das Ganze droht mit der Wiedereinführung des sogenannten „Stadelgesetzes“. Und als ob das nicht schon genug wäre: In Zukunft darf jede Almhütte unbegrenzt und auf mehreren Ebenen unterkellert werden. Untergeschosse könnten dann zu Heizräumen, Wellnessbereichen, Sanitäranlagen oder gar zu einer Garage für den Geländewagen werden, der direkt bis zur Hütte fährt.
Stieglitz erinnert sich: 2018 wurde das „Stadelgesetz“ ganz bewusst abgeschafft. Denn es herrschte allgemeiner Konsens darüber, dass viel Missbrauch und Spekulation betrieben wurde. Dies alles scheint von den SVP-Bauern-Vertretern Josef Noggler und Franz Locher vergessen worden zu sein – der Ausverkauf der Heimat und die Zersiedelung sollen also weitergehen.