Mobil ohne Auto
Im Frühling 2025 von Dr. Luis Fuchs
Seit 1. Juni wird uns mit dem südtirolmobil Fix365 ein neues Jahres-Abo für den öffentlichen Nahverkehr angeboten. Das Abonnement kostet 250 Euro und beinhaltet die Nutzung von Bus, Bahn und einigen Seilbahnen in Südtirol. Dieses neue, günstige Angebot ist besonders geeignet für Vielfahrende wie Pendler, für Familien und junge Menschen. Im Vergleich mit Abos anderer Regionen fällt der neue Fix365-Pass wegen des günstigen Preises ins Auge: Das Klima Ticket Tirol kostet 590 Euro, das Abo im Trentino 602 Euro und das Ticket in der Lombardei satte 1.110 Euro. Der Landesrat Alfred Alfreider wies bei der Vorstellung des neuen Südtirol-Passes darauf hin, dass die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel die Ausgaben für Auto, Treibstoff und Mautgebühren wie auch Wartung und Versicherung reduziere. Die zunehmende Nutzung der Südtirol-Pässe lässt auf steigende Akzeptanz der Öffis schließen. So ist im Zeitraum 2022 bis 2024 beim Südtirol-Pass ein Plus von beinahe 61 Prozent zu verzeichnen, und beim Südtirol-Pass 65+ beträgt der Zuwachs gute 20 Prozent. Über 50 Millionen Entwertungen mit den Südtirol-Pässen wurden im Jahr 2024 registriert, was einer durchschnittlichen Anzahl von 130.000 täglichen Entwertungen entspricht. Das System Südtirolmobil erweist sich jedenfalls als Erfolgsmodell.
Bei einer Tagung letzthin zum Thema Klimawandel und Tourismus an der EURAC Research in Bozen war die Klimawissenschaftlerin Helga Weisz von der Berliner Humboldt-Universität zu Gast. Im Gespräch mit der RAI Südtirol erklärte sie, der Tourismus sei vor allem aufgrund der An- und Abreisen mit dem privaten PKW klimaschädlich. Es gelte, auf alles zu verzichten, was motorisiert ist, und viel zu nutzen, was mit dem eigenen Körper möglich ist. Die Referentin erklärt dies anhand eines Vergleichs. Man fährt im Juli in den Urlaub bei einer Außentemperatur von 40 Grad und steckt im Stau. Man stelle sich hingegen vor, auf einem Rad durch einen Wald zu fahren, wo es schattig ist. Am Abend ist man dann so richtig schön und erfrischend müde, weil man etwas körperlich getan hat und den ganzen Tag an der frischen Luft war. Was würde da mehr Spaß machen? Frau Weisz stellt auch einen weiteren Vergleich an: Mancherorts gibt es zwar wunderschöne historische Altstädte, in denen sich die Autos stauen und hupen und die Luft verpesten, anderswo dagegen eine Innenstadt, die erfolgreich begrünt wurde und aus der die Autos verbannt wurden. Der Gewinn sei hier, schöne, grüne und auch für Kinder nicht gefährliche städtische Umwelt zu haben, bringt es die Klimawissenschaftlerin auf den Punkt.
Letztes Jahr hat der Verlag Athesia-Tappeiner das Büchlein Wandern ohne Auto verlegt. Die Autorin Rosmarie Rabanser Gafriller ist Wanderführerin des AVS und begeisterte Nutzerin der öffentlichen Verkehrsmittel. Sie stellt 30 Wanderungen vor, deren Start- und Zielpunkt stressfrei und ausgeruht mit dem öffentlichen Nahverkehr erreicht werden können.