Neues Zuhause auf Zeit
Kolping Vivendi öffnet in Obermais
Am historischen Kirchsteig in Obermais ist im Juni ein zukunftsweisendes Pilotprojekt gestartet: Kolping Vivendi, ein modernes Arbeiterwohnheim, das Menschen in Zeiten akuter Wohnungsnot eine kurzfristige bis mittelfristige Bleibe bietet.
Träger ist das Kolpinghaus Meran e.V., das mit dem Projekt eine Brücke zwischen Tradition und aktueller sozialer Notwendigkeit schlägt. Der Vorsitzende Otto von Dellemann hat die Initiative mit großem persönlichem Einsatz über Jahre hinweg vorangetrieben.
Bereits 2014 wurde das historische Gebäude vom Verein – unter dem damaligen Vorsitzenden Bernhard Paris – angekauft, mit dem Ziel, einen Ort der Gemeinschaft zu schaffen. Nun stehen 18 m² große Zimmer mit gemeinschaftlich nutzbaren Küchen- und Waschräumen zur Verfügung – bewusst einfach, funktional und leistbar.
Zugang haben insbesondere Jugendliche in Ausbildung sowie Menschen, die einer Arbeit nachgehen – früher als Gesellen bezeichnet, heute Arbeiter:innen –, die für eine begrenzte Zeit eine stabile Unterkunft benötigen. Diese Zielgruppe ist am Wohnungsmarkt besonders benachteiligt: Hohe Mieten, lange Wartezeiten und fehlende Übergangslösungen erschweren den Alltag erheblich. Kolping Vivendi will hier ganz bewusst ansetzen – pragmatisch, menschenorientiert und inklusiv.
Ein direkter Zugang vom bestehenden Kolpinghaus zum neuen Vivendi-Wohnheim erleichtert zusätzlich die Anbindung und ermöglicht Synergien im gemeinschaftlichen Leben.
Nach intensiver Planung und nicht immer einfachen Rahmenbedingungen konnte das Projekt mit Unterstützung des Landes Südtirol umgesetzt werden, das die Bauphase mit 65 % mitfinanzierte. Otto von Dellemann spricht allen beteiligten Landesämtern und ihren Mitarbeitenden ausdrücklich Dank aus.
Kolping Vivendi ist zweckgebunden: Die Zimmer werden ausschließlich zum Landesmietzins vergeben. Das bedeutet, dass die Mieten deutlich unter dem marktüblichen Niveau liegen und so bezahlbarer Wohnraum langfristig gesichert wird – gerade für Menschen, die temporär eine Unterkunft benötigen. Diese Zweckbindung schützt das Projekt vor spekulativen Mietsteigerungen und gewährleistet, dass die sozialen Ziele des Vereins dauerhaft umgesetzt werden können.